15.09.2019 - 10:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tierschutzverein stemmt Tierheimneubau in Weiden

Es wird ein dicker Brocken, aber der Tierschutzverein will die Planung für den Bau des neuen Tierheims nun selbst übernehmen. Mit Fördergeldern und der Unterstützung der Landkreisgemeinden soll es gelingen.

Norbert Ziegler und Vorsitzende Mariele Junak vom Tierschutzverein werden die Hauptarbeit mit der Planung, dem Bau und der Finanzierung des neuen Tierheims haben.
von Autor hczProfil

Vor eineinhalb Jahren hoffte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß noch: „Ich will die Einweihung des neuen Tierheims noch in meiner Amtszeit erleben“. Daraus wird wohl nichts. Aber vielleicht mit dem ersten Spatenstich. Zumindest die Planungen kann er noch begleiten. Denn: Das Tierheim wird gebaut. Bescheidener als ursprünglich vorgesehen, aber mit Beteiligung der Stadt und der Landkreisgemeinden. Die alleinige „Bauherrschaft“ hat der Tierschutzverein.

Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Postkeller“ stellte Vorsitzende Mariele Junak die Ergebnisse des jahrelangen Ringens um den Tierheimneubau vor. 500 000 Euro werde der Tierschutzverein aus eigenen Ersparnissen zur Finanzierung beitragen. Anträge auf Förderung durch den Freistaat, die Stadt und die Landkreisgemeinden werden hoffentlich positiv beschieden. Besonders die Finanzierung des künftigen Betriebes müsse gesichert sein, sagte Junak. Sie wies, wie schon so oft, darauf hin, dass der Tierschutzverein Weiden und Umgebung e.V. heißt. Mit der vertraglich zu vereinbarenden Finanzierung durch die Stadt und möglichst vieler Gemeinden im Landkreis Neustadt/WN wird Bürgermeister Rupert Troppmann beauftragt. Auch Landrat Andreas Meier wird eingebunden.

OB Seggewiß: Kredit sollte kein Problem sein

Troppmann und sein Kollege Bürgermeister Günter Stich aus Floß beklagten, dass bisher keine konkreten Zahlen bekannt seien. „Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn man hier keinen Betrag feststellen könnte, der auf die Stadt und den Landkreis zukommt“, sagte Troppmann. Die Selbstständigkeit der Kommunen mache es schwieriger, wie wenn ein Landrat allein zu entscheiden hätte. Seggewiß betonte, dass das Tierwohl dem „gesamten Stadtrat am Herzen“ liege. Als Verwaltungsrat der Sparkasse Oberpfalz Nord sicherte er zu, dass eine Kreditaufnahme durch den Tierschutzverein „kein Problem“ sei.

Hasen will niemand haben

Im Jahresrückblick berichtete Vorsitzende Junak, dass im letzten Jahr 26 Hunde, 34 Katzen und 34 Kleintiere – darunter 17 Vögel – im Tierheim abgegeben wurde. Von 61 aufgefundenen Hunden seien 34 wieder abgeholt worden, von 105 Katzen leider nur 29 und von 16 Kleintieren (Meerschweinchen, Hasen) kein einziges. Zum Glück zähle der Tierschutzverein aktuell 1036 Mitglieder. Diese trügen mit ihren Spenden und den Aktionen wie der Tombola, dem Bücherflohmarkt, der Bewirtung bei Veranstaltungen und dem Verkauf des Tierheimkalenders zum stabilen Finanzergebnis bei, berichtete Schatzmeister Norbert Ziegler. Größte Ausgabenposten für den Tierschutzverein seien Personal-, Tierarzt- und Betriebskosten gewesen.

Junak dankte allen Mitarbeitern, sowie der Politik in Stadt und Landkreis. Viele Tierheime stünden ständig an der Grenze zur Insolvenz. Nicht so in Weiden, dank der guten Unterstützung und der Arbeit Freiwilliger.

Neustadts Bürgermeister Rupert Troppmann, OB Kurt Seggewiß und Bürgermeister Günter Stich aus Floß stellen fest, dass ihnen das Tierwohl am Herzen liegt und sich die Gemeinden angemessen am Tierheimneubau beteiligen werden.
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