05.02.2019 - 15:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trauer um Hans Robert Thomas

Der Mäzen und frühere Gesellschafter von Hueck Folien ist tot. Seine Spuren bleiben hör- und sichtbar.

Freundlich, verschmitzt und gewitzt: So bleibt Hans Robert Thomas in Erinnerung.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

In der Nacht zum Dienstag ist Hans Robert Thomas gestorben. Am 21. Februar wäre er 95 Jahre alt geworden. Die Stadt und die Region verlieren mit ihm einen Unternehmer, Kulturschaffenden und Mäzen, der Vieles von dem angestoßen hat, was Weiden heute zum Oberzentrum macht.

Da wäre zunächst der Gesellschafter von Hueck Folien. 40 Jahre, von 1951 bis 1991, arbeitete Thomas im Unternehmen in Pirkmühle und entwickelte revolutionäre technische Verfahren mit, unter anderem den ersten elektronisch gravierten Zylinderdruck in der Verpackungsindustrie. 2006 übergab die Familie die Verantwortung an die österreichische "Constantia Flexible Packaging". Unverzichtbar war Thomas' Rolle beim Bau der Max-Reger-Halle. Zusammen mit Helmut Hülsmann gründete er dazu einen Verein und brachte den damals bedeutendsten deutschen Bühnentechniker Adolf Zotzmann mit OB Hans Schröpf zusammen.

Seit der Eröffnung der Halle 1992 gastieren dort regelmäßig Weltstars, die ohne Hans Robert Thomas und den von ihm 1963 mitgegründeten Förderkreis für Kammermusik wohl nie von Weiden gehört hätten: Gidon Kremer, Igor Levit, Sol Gabetta, Kent Nagano und, und, und.

Neben der Familie waren Musik und Kunst die Leidenschaften des gebürtigen Lüdenscheiders, der Brigitte, eine Tochter aus dem Hause Hueck geheiratet hat und so später nach Pirkmühle kam. Der Träger der Max-Reger-Medaille stammt aus einem Färber-Haushalt, was heute einer chemischen Reinigung entspricht. Er arbeitete im väterlichen Betrieb bis er an die Ostfront eingezogen wurde. Nach einer Verwundung kehrte er mit einem steifen Bein aus Russland zurück. Später studierte er Cello in Köln.

Thomas' Liebe zur Musik gehört zu den Spuren, die er in Weiden hinterlässt. Die Kantorei, der Förderkreis, die Musiktage, die Max-Reger-Orgel bleiben mit seinem Namen verbunden. Nicht zu vergessen ist der Kunstsammler und Ausstellungsorganisator. Sein Einsatz machte Ausstellungen von Kunst-Riesen wie Günther Uecker, Horst Antes oder Antonio Tapies im Rathaus möglich.

Bis weit über 90 war er auf Reisen, um Ausstellungen anzusehen, die ihn interessierten, auch wenn die Beine und das Gehör längst nicht mehr so mitmachen wollten. Gut versorgt von der ambulanten Palliativstation und der Diakonie schlief er in seinem Haus am Mühlweg friedlich ein. Um ihn trauern neben den vier Kindern Cornelie, Leonhard, Konstantin und Christoph mit Familien zahlreiche ehemalige Mitarbeiter und viele, viele Freunde.

 

 

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