10.02.2019 - 11:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Traumfabrik: Schwerkraft wird überschätzt

Bei drei Shows in der Max-Reger-Halle begeistern die Künstler mit Feuer, Sand, Tanz, Akrobatik und mehr. In Weiden setzt die „Traumfabrik“ damit den Schlusspunkt hinter ihre Tournee.

von Holger Stiegler (STG)Profil

Das Motto hatte nicht zu viel versprochen: Für „Staunen – Lachen – Träumen“ war am Wochenende in der Max-Reger-Halle bestens gesorgt. Die Traumfabrik machte mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm dreimal Station in Weiden, den Besuchern wurde eine Mischung aus Akrobatik, Illusion sowie Klang-und Lichtspielen serviert. Das berühmte Zitat Picassos „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ hatten die „Traumfabrik“-Verantwortlichen ins Programmheft drucken lassen – es passte haargenau für die gut zweistündige Show.

Seit Ende Dezember war das „Traumfabrik“-Ensemble in Bayern unterwegs, Weiden markierte den Schlusspunkt der Tournee. Auch nach über 30 Vorstellungen in relativ kurzer Zeit war den Künstlern auf der Bühne keine Müdigkeit anzumerken. Vielmehr entführten sie die Zuschauer mitreißend in die Welt der Träume mit Trampolin-Kunst, Sandmalerei, sinnestäuschende Projektionen, (vermeintlich) fliegenden Objekte, Tanz und Schwarzem Theater. Die Akteure auf der Bühne waren Mitglieder des Traumfabrik-Ensembles sowie internationale Gastkünstler.

Einer der Stars des Abends war der Kanadier Hugo Noël: Zuerst wirbelte er mit seinem „Single Wheel“ akrobatisch und mit ungeheurer Leichtigkeit über die Bühne, als ob Schwerkraft völlig überschätzt sei. Später stand er gemeinsam mit der Ungarin Andrea Szabo und dem Amerikaner Maurice Armstrong als „Catwall Acrobats“ auf der Bühne. Nicht nur deren besondere Art der Fassadenkletterei begeisterte, sondern auch ihre waghalsige Sprünge und Höhenflüge auf dem Trampolin.

Traumhaftes und mit den entsprechenden Rhythmen untermalt präsentierte die Russin Eva Aibaz – mit ihr erlebten die Besucher eine ganz besondere Traumreise durch die Welt und ihre Metropolen. Diese erweckte sie mit winzigen Sandkörner zum Leben, auf einer beleuchteten Leinwand erkannten die Besucher, wie Aibaz den Sand zu Gemälden formte: Der Pariser Eiffelturm und die Freiheitsstatue waren nur einige Stationen auf dem sandigen Weg voller Rasanz – und zum Schluss wurde daraus die klare Botschaft „Lebe deinen Traum!“ Nicht weniger Staunen löste das österreichische Duo „Fenfire“, bestehend aus Christiane Haupt und Sebastian Berger, aus: Sie kombinierten Jonglage mit dem Spiel mit dem Feuer, dabei entstanden nicht nur faszinierende Bilder, es waren fast schon Geschichten, die die beiden Künstler erzählten.

Jede der Darbietungen – unter anderem gab es noch eine ganz besondere amerikanisch-bayerische Mondlandung, den Kampf um die Bank im Wartezimmer, tanzende Eisberge und kosmische Vögel sowie die mit weißen Bändern sichtbar gewordene „Moldau“ Smetanas – traf auf große Begeisterung beim Publikum. Entsprechend lang fiel der Schlussapplaus aus, die La-Ola-Welle des Publikums noch vor Beginn der eigentlichen Show erwies sich als verdient.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.