Weiden in der Oberpfalz
23.09.2025 - 15:12 Uhr
OnetzPlus

Trotz Wetterumschwung am Ende: Weidener Volksfest endet erfolgreich

Ungeachtet des schlechten Wetters am Montag bewerten die Schausteller das Weidener Volksfest als Erfolg. Mit flexiblen Preisen und neuem Schwung konnte Festwirt Metzner besonders punkten.

Die ersten vier Tage strahlte die Sonne über dem neuen Festplatz, die Schausteller waren hochzufrieden, die Besucher ebenso. Doch ausgerechnet am Montag, dem letzten Tag des Weidener Volksfestes, schlug das Wetter um. Von sommerlichen 30 Grad am Sonntag stürzte die Temperatur auf nur noch 8 Grad am Montagabend. Dazu kam Regen. Der Familientag fiel regelrecht ins Wasser, was sehr zum Leidwesen der Schausteller war, die am Nachmittag vergeblich auf Kundschaft warteten.

„Heute war’s eine Katastrophe“, fasste Schausteller und Stadtrat Hans Blum den Montag zusammen. Blum betreibt selbst eine Imbissbude und ein Kinderkarussell. „Am Nachmittag war gar nichts los. Aber insgesamt können wir zufrieden sein. Freitag, Samstag und Sonntag waren wirklich gute Tage.“

Gelungene Bewährungsprobe

Für den Festwirt Manuel Metzner aus Schleiz in Thüringen war es die erste Bewährungsprobe in Weiden – und die gelang. Mit viel Liebe zum Detail hatte er das große Festzelt dekoriert, brachte neue Ideen und eine spürbare Portion Schwung mit. Oberbürgermeister Jens Meyer lobte ihn ausdrücklich: „Über den habe ich nur Gutes gehört. Er war sehr flexibel, auch bei den Preisen, die am letzten Tag noch einmal gesenkt wurden. Der Festwirt hat auf ganzer Linie überzeugt.“

Am Montagabend zeigte sich, wie sehr Preispolitik Besucher anlocken kann. Metzner halbierte die Essenspreise, die Mass Bier kostete nur acht Euro. Das Konzept ging auf: Während das Zelt am Nachmittag gähnend leer blieb, füllte es sich am Abend zusehends. „Sollten wir wieder nach Weiden kommen, werden wir das jeden Montag als Aktionstag wiederholen“, versprach Metzner.

Platzwart Peter Rackl hatte ein abwechslungsreiches Angebot auf dem Festplatz zusammengestellt: atemberaubende Fahrgeschäfte und viele Imbissstände. Im Festzelt sorgten am Montag Kinderbelustigung mit Pippi Langstrumpf, dazu die Stadtkapelle Weiden und verschiedene Musikgruppen für Unterhaltung. „Das Wetter hat natürlich seinen Teil dazu beigetragen, dass das Volksfest sehr gut besucht war“, meinte Oberbürgermeister Meyer rückblickend.

"Ganz andere Hausnummer"

Janine Neigert aus Reißbach in Niederbayern, Betreiberin des Fahrgeschäfts „Hawaii Swing“, war zum ersten Mal in Weiden dabei: „Wir sind positiv überrascht, sehr zufrieden. Fürs Wetter kann ja keiner was. Für uns reichen die fünf Tage völlig aus, das Frühlingsfest geht ja ohnehin länger.“

Nach dem verregneten Volksfest im vergangenen Jahr, als zwei Tage lang Dauerregen herrschte und auch die restlichen Tage kalt und ungemütlich waren, war die Bilanz diesmal deutlich besser. „Heuer ist es eine ganz andere Hausnummer“, so Hans Blum, der viele Jahre Platzwart war. Auch die Kritik an der Essensqualität, die es in den Vorjahren gab, verstummte: „Ich bin mir sicher, dass Metzner sich eine gute Kundschaft aufbauen wird.“

Der Festwirt blickt zufrieden, wenn auch mit einem kleinen Wermutstropfen, zurück. „Die Fixkosten sind enorm hoch.“ Dazu zählt er Standgebühren, Kapellen und Personal. „Da müssen wir rechnen, ob wir wiederkommen. Aber wir wollen das Niveau halten. Nur so kriegen wir wieder Qualität ins Volksfest hinein.“ Dass er dabei auch auf Sponsoren zählen konnte, sei entscheidend gewesen: „Ohne deren Unterstützung im fünfstelligen Bereich wäre das Defizit kaum abzufangen gewesen.“ Was ihm sauer aufstieß: Viele Festzeltbesucher brächten ihr Essen von draußen mit herein.

Bewerbungsfrist für Festwirte

Noch bis zum 30. September können sich Interessenten als Festwirt für die kommenden Jahre bewerben. Metzner überlegt, ob er ins Rennen geht. Auch die Frage nach der Dauer des Festes bleibt Thema. Während manche sich eine Verlängerung wünschen, halten andere an fünf Tagen fest. „Für uns Schausteller passt das besser, auch wegen der Überschneidungen mit Regensburg, Nürnberg und Amberg“, erklärte Blum.

Dass das Weidener Volksfest für alle Generationen etwas bot, bestätigte auch Metzner: „Der Donnerstag gehörte den Vereinen, am Freitag war die regionale Jugend da, am Samstag viele Amerikaner und Tschechen, am Sonntag die Familien.“

Sein Fazit: Das Volksfest war erfolgreich, trotz des abrupten Endes im Regen. Die Stimmung in den Tagen zuvor mache Mut für die Zukunft. „Ich war sehr, sehr glücklich, dass es der Verwaltung in letzter Sekunde gelungen ist, einen Festwirt zu finden“, sagte der Oberbürgermeister. „Ein Volksfest ohne Festzelt kann man machen, muss man aber nicht.“ Und Metzner? Der hat eine Wette laufen mit seinem Team: Sollte es sein Zelt bis Freitagfrüh abgebaut haben, lade er es zum Oktoberfestbesuch in München ein.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.