Trotz steigender Coronainfektions-Zahlen ist die Lage auf den Intensivstationen der Oberpfalz derzeit entspannt. Das zeigt eine Auswertung des Intensivregisters der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Demnach wurden am Freitag in Oberpfälzer Krankenhäusern drei Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Alle drei müssen demnach beatmet werden, in Krankenhäusern in den Kreisen Regensburg, Schwandorf sowie in der Stadt Regensburg. Bayernweit weist das Register derzeit 49 Covid-Patienten auf Intensivstationen aus, 26 davon müssen beatmet werden.
Um die Registerzahlen einordnen zu können, ist ein Blick auf die Werte im Frühjahr sinnvoll. Das Divi-Register reicht in der jetzigen Form zurück bis 25.April. Damals lagen in Bayern 724 Covid-Patienten auf Intensivstationen 519 davon wurden beatmet. In der Oberpfalz gab es 110 Covid-Patienten auf Intensivstationen, 78 davon künstlich beatmet. Der Vergleich zeigt zudem, dass sich der damalige Hotspot "Oberpfalz" gut entwickelt hat. Ende April lagen 15 Prozent aller bayerischer Covid-Intensivpatienten in Oberpfälzer Krankenhäuser, aktuell sind es rund 6,5 Prozent.
Trotz der vergleichsweise entspannten Lage warnt Michaela Hutzler vor Leichtsinn. Die Medizinische Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG berichtet, dass aktuell keine Covid-Patienten mit schweren Verläufen in den Häusern in Weiden und Tirschenreuth behandelt werden. "Wir halten dennoch ständig einen Intensiv- und sechs reguläre Betten für Covid-Patienten vor." So sollen unangenehme Überraschungen verhindert werden. Dass die Zahl schwerer Krankheitsverläufe wieder steigt, ist laut Hutzler nämlich alles andere als ausgeschlossen. "Derzeit stecken sich vor allem junge Menschen an", erklärt sie. "Außerdem schützen die Besuchsauflagen in Seniorenheimen und Krankenhäusern die Bewohner und Patienten derzeit gut vor Ansteckung."
Beatmete Patienten
Zudem gehen die Blicke der Experten längst auf die bevorstehende Grippesaison. "Zuletzt hatten wir vor drei Jahren eine schwere Grippewelle", erklärt Hutzler. Derzeit könne man nur hoffen, dass sich dies in diesem Winter nicht wiederholt. Für alle, die es dem medizinischen Personal leichter machen wollen, hat Hutzler eine Vorschlag: Wohl nie sei eine Grippeimpfung sinnvoller gewesen als in diesem Jahr.













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