"Wutsch, Wutsch - Die Weihnachtslesung". Oder: Gänsehaut garantiert. "Ich trag' heute die schönsten Weihnachtsgeschichten vor, die jemals geschrieben worden sind - von mir selber." Mit Santa-Mütze auf dem Kopf, Dunkelbier auf dem Tisch und geschminkten Lippen rezitierte Alfons Bauer 3 alternative Märchen. Den enthusiastischen Vortrag und wilde Schreie hörte man durch das "Milchbar"-Schaufenster bis auf die Straße hinaus.
Die mutigen Gäste hörten so unter anderem von "Frau Holle und dem Ursprung des Schnees". Ein Aufklärungstext, wie Bauer sagte. Nicht der Betteninhalt lasse es auf Erden schneien, sondern die Schuppen Frau Holles: Es schneie immer dann, wenn Herr Holle seine Frau kopfüber vom Balkon baumeln lasse und sie kräftig durchschüttle. Märchen zwei: ein trauriger Tatsachenbericht. "Jürgen und der Nikolaus" erzählte von einem aufgeweckten Knaben und seinem tragischen Kampf beim Kaufhaus-Nikolaus. Jürgen schüttelt Kugeln vom Christbaum, pinkelt an den Stamm und verscheucht andere Kinder. Zuhause wird er dann wie üblich an den Tisch gekettet - und seine Beute teilten sich die Eltern.
Die letzte Geschichte handelte von "Weihnachtsprothesen": von drei Kindern, die vom Christkind Körper-Ersatzteile von schlechtester Qualität bekommen. Zum Abschluss folgten der "Sentementol"-Klassiker "Morgen kommt der Weihnachts-Max" und die "Ursprungsversion" von "Lasst uns froh und munter sein." Ein Volkslied aus dem 19. Jahrhundert. Aber, wie Bauer versicherte: Seine unheimliche Ur-Version gehe zurück auf das 17. Jahrhundert.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.