23.07.2018 - 12:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Unternehmen komplett verändern

Niemand weiß wie die Unternehmenswelt am Ende des Digitalisierungsprozesses aussieht. Was Betriebe tun müssen, wurde in einer IHK-Veranstaltung umfassend vorgestellt

Veranstalter und Referenten des Digitalisierungsabends im E-House (von links) Tilo Fischer vom Fraunhofer Institut in Weiden, Vorstandsvorsitzender Ludwig Zitzmann von der Sparkasse Oberpfalz Nord, IHK-Gremiumsgeschäftsführer Florian Rieder und Geschäftsführer Sebastian Forster von der Liebensteiner Kartonagenwerk GmbH
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Niemand weiß, wie die Unternehmenswelt am Ende des Digitalisierungsprozesses aussieht. Was Betriebe tun müssen, wurde in einer IHK-Veranstaltung vorgestellt

Eine Hochschulvorlesung hätte nicht umfassender sein können. "Digitale Strategien umsetzen" lautete das Thema einer Informationsveranstaltung der IHK Regensburg in den Räumen von S@ON im E-House in Weiden. Die drei Vorträge deckten das breite Spektrum notwendiger betrieblicher Anpassungsprozesse an digitale Prozesse und Techniken ab.

Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord, schilderte die Umstellungsprozesse in seinem Unternehmen. Seine Aussagen gelten für weite Bereiche der Wirtschaft. Drei Teilaspekte des Digitalisierungsprozesses sprach Zitzmann an: Kundenbeziehungen, Unternehmensabläufe und Mitarbeiterorientierung. Ausgehend davon, dass 90 Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Art und Weise das Internet benutzt, müsse das Unternehmen sich darauf einstellen.

Soziale Medien lösen traditionelle Kommunikationsformen ab. Mit der "digitalen Beratungsabteilung" S@ON im E-House ist die Antwort der Sparkasse auf die neuen Kommunikationsformen. "Dort läuft alles wie in einer Geschäftsstelle, nur über eine Distanz." Angebote gibt es für Privatkunden und Geschäftskunden. Elektronische Bilanz, Bezahlsysteme ("Payment"), digitale Kommunikation und digitaler Finanzreport werden als Angebote für Unternehmen weiterentwickelt, sagte Zitzmann. Aber er beruhigt auch: "Wir schauen nicht in die Wohnzimmer."

Unternehmensintern geht es bei der Digitalisierung vor allem um Prozesse, die effizienter gestaltet werden müssen. Unter anderem werde das Rechnungswesen "komplett von Papier befreit". 18 Monate gibt sich die Sparkasse dafür Zeit. Einwendungen bezüglich der hohen Kosten kontert der Sparkassenvorstand mit dem Satz: "Der Profit liegt in den Prozessen." Am wichtigsten sei, die Mitarbeiter "mitzunehmen" und das digitale Wissen und den Umgang mit Medien und Software komplett an die Mannschaft zu bringen. Ein Weg dabei: "Jung schult alt." Dazu gibt es Webinare und Coaching-Angebote. "Gestandene Banker staunen, was eine App alles kann."

Das Thema "Mitarbeiter beteiligen" stand im Mittelpunkt des Vortrags von Sebastian Forster, Geschäftsführer der Liebensteiner Kartonagenwerk GmbH. Es müsse die Kompetenz vermittelt werden, die Medien zu benutzen und nicht ein Produkt. Er empfahl auch darauf zu achten, dass der digitale Zugang des Kunden in das Unternehmen jederzeit möglich sein muss.

Abgerundet wurde der Vortragsabend von Tilo Fischer vom Fraunhofer-Institut für angewandte und integrierte Sicherheit in Weiden. "Sicherheit ist mehr als Firewalls und Antivirus." Blockiert werden müssten alle Wege, die es ermöglichen, dass Informationen das System ungewollt verlassen. Fischer empfahl das Separieren von Zugriffsrechten und das Aufteilen von Entwicklungsrechten auf mindestens zwei Personen. "Jeder sollte nur so viele Rechte haben, wie er benötigt." Angriffe auf das IT-System können in sogenannten "Penetration-Tests" simuliert werden. Dringend notwendig seien auch regelmäßige Wiederholungen der Sicherheitsschulung.





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