Weiden in der Oberpfalz
28.02.2025 - 15:34 Uhr
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Verdi-Warnstreik in Weiden mit geringen Einschränkungen

Unter anderem Beschäftigte der Stadt, der Stadtwerke, der Arbeitsagentur, der Max-Reger-Halle und der Kliniken Nordoberpfalz streikten am Freitag. Sie setzten sich nicht nur für höhere Einkommen, sondern auch für die Demokratie ein.

„Die Belastung muss runter“, riefen die Streikenden in ihren gelben Verdi-Warnwesten am Freitagvormittag vor der Agentur für Arbeit und gingen dabei in die Knie. „Die Löhne müssen hoch“, skandierten sie weiter, sprangen dabei hoch und rissen ihre Arme in die Höhe. Grund dafür war ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. In der Tarifrunde mit Bund und Kommunen hatte Verdi die Beschäftigten dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. So will die Gewerkschaft Druck auf die Arbeitgeber aufbauen.

Am Streik beteiligten sich unter anderem Beschäftigte der Stadt Weiden, der Arbeitsagentur und des Jobcenters Weiden, der Stadtwerke, der Kliniken Nordoberpfalz, der Landratsämter Neustadt und Tirschenreuth, der Stadt Pressath und der Max-Reger-Halle. Auch in Grafenwöhr und Vilseck legten Zivilbeschäftigte der Stationierungsstreitkräfte ihre Arbeit nieder.

Roland Gleißner, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Kliniken Nordoberpfalz, betonte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass es einen klaren Grund für den Streik gebe. „Bisher haben die Arbeitgeber kein richtiges Angebot vorgelegt. Man kann gar nicht von Verhandlungen sprechen, das ist eine Blockade.“ Für die dritte Verhandlungsrunde im März wolle man mit dem Streik nochmal „Schwung reinbringen“.

Verdi fordert höhere Einkommen

Vergangene Woche brachte die zweite Verhandlungsrunde keinen Durchbruch. Verdis Forderungen sind klar: 8 Prozent höhere Einkommen, mindestens aber 350 Euro mehr für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten beim Bund und den Kommunen. Zudem soll es in besonders belastenden Berufen wie im Gesundheitswesen höhere Zuschläge geben. Darüber hinaus fordert Verdi 3 zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber argumentieren, dass das nicht finanzierbar sei. Ein Angebot legten sie ihrerseits noch nicht vor. Am 14. und 15. März soll erneut verhandelt werden.

Doch die Streikenden setzten sich nicht nur für höhere Einkommen, sondern auch für die Demokratie ein. Jens Gotthardt, Gewerkschaftssekretär bei Verdi Oberpfalz, erinnerte an den Anschlag bei einer Verdi-Demonstration in München. Ein Mann war dort mit einem Auto in die Demonstration gefahren, zwei Menschen starben und viele weitere wurden schwer verletzt. Gotthardt rief zu einem „Moment der Stille für alle Opfer“ auf. Sein Kollege Alexander Gröbner, Geschäftsführer von Verdi Oberpfalz, sagte, es sei schwer, das, was sie nach dem Anschlag bewege, und die aktuelle Tarifrunde zusammenzubringen.

Silke Tanner, Streikende von der Agentur für Arbeit, betonte ebenfalls, sie sorge sich um die Demokratie. Es sei ihr wichtig, sich in einer Gewerkschaft zu engagieren. „Wir brauchen Gewerkschaften, vor allem als Frauen“, sagte sie.

Auswirkungen auf Weidener

In der Weigelstraße und der Bernhard-Suttner-Straße kam es am Freitagvormittag zu Verkehrseinschränkungen. Davon abgesehen sprach Christina Geiger, Pressesprecherin der Stadt Weiden, von „geringen Auswirkungen“. „Nur eine Handvoll Mitarbeiter der Stadt Weiden haben sich am Streik beteiligt“, so Geiger. Es habe dadurch keine Einschränkungen für die Bürger gegeben. Friedrich Peterhans, Pressesprecher der Kliniken Nordoberpfalz, berichtete von einer ähnlichen Lage. „Vor dem Hintergrund des Warnstreiks sind für heute die geplanten, verschiebbaren Operationen abbestellt worden“, sagte er. Darüber hinaus sei die Patientenversorgung sichergestellt gewesen. „Das ärztliche Personal war in normalem Umfang im Dienst“, so Peterhans.

Termine von Kunden der Agentur für Arbeit Weiden konnten laut Pressesprecherin Laura Iaccarino ebenfalls so koordiniert werden, dass diese „von den Streikmaßnahmen wenig bis gar nichts gespürt haben“. Die Weidener Thermenwelt war aufgrund des Streiks am Freitag geschlossen.

Rund 150 Teilnehmer

Die Abschlusskundgebung des Streiks fand auf der gesperrten Weigelstraße statt, da die Streikenden weder vor der Max-Reger-Halle, noch vor dem Neuen Rathaus stehen durften. Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden mit der Beteiligung. Die Polizei schätze die Teilnehmerzahl auf rund 150. Verdi rief dazu auf, für die Verhandlungen Mitte März nochmal so viele Menschen wie möglich für den Streik zu mobilisieren.

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