20.02.2019 - 18:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vertrag festigt Dreiecksverhältnis

Sie sind guter Dinge, denn die Zuschussvereinbarung ist unterschrieben (von links) Stadtkämmerin Cornelia Taubmann, OB Kurt Seggewiß, SV-Vorsitzende Ilona Forster und Schatzmeister Norbert Ziegler.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Für die Sicherung des Schwimmbetriebes im Schätzlerbad sitzen drei in einem Boot: die Stadt Weiden als Zuschussgeber, die Stadtwerke, die mit Klaus Kunz an der Spitze die Technik betreuen, sowie der Schwimmverein mit seiner ausgegründeten gemeinnützigen GmbH. Mit der Zuschussvereinbarung, die OB Kurt Seggewiß und SV-Vorsitzende Ilona Forster am Mittwoch unterzeichneten, wird dieses Dreiecksverhältnis weiter gefestigt.

Unmittelbar davon betroffen ist auch die Gemeinnützige GmbH, die über den Schwimmverein die angekündigten 650 000 Euro erhält. Die Stadt Weiden gibt den Zuschuss "im Rahmen des Jedermann-Schwimmens jedoch zur Förderung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge".

Das nicht einfache Konstrukt musste gewählt werden, um mehrere Probleme zu lösen: Zum einen sei es einem SV-Vorsitzenden nicht zumutbar, dass er persönlich die mit dem Schätzlerbad verbundenen Risiken eingeht, erklärt Steuerberater Norbert Ziegler, zugleich Schatzmeister des SV und kaufmännischer Geschäftsführer der Gemeinnützigen GmbH. Darum wurde die GmbH aus dem Schwimmverein ausgegliedert. Sie ist für den Schwimmbetrieb zuständig. Der SV selbst kümmert sich weiterhin um die Freizeitanlage Schätzlerbad sowie die Abteilungen.

Zugleich war in Verhandlungen mit dem Finanzamt zu regeln, dass für den Zuschuss keine Umsatzsteuer anfällt. Allein dadurch konnte der Schwimmverein eine fünfstellige Summe einsparen. Der SV stelle das Schätzlerbad für das Jedermann-Schwimmen zur Verfügung. Der Zuschuss der Stadt gehe damit nicht an den SV, sondern über die Gemeinnützige GmbH an den Schwimmbetrieb im Schätzlerbad, stellte Norbert Ziegler fest. Er ergänzte: "Wir sind ein Sportverein. Der Badebetrieb selbst ist ein Anhängsel."

Die Zuschussvereinbarung will OB Seggewiß als deutliches Zeichen werten, dass die Stadt Weiden zu ihrer Verpflichtung stehe, das Freizeitzentrum Schätzlerbad zu unterstützen. Neben dem Zuschuss stünden für die Stadt sogar noch weitere Ausgaben an. So seien etwa im Haushalt 800 000 Euro für die überfällige Sanierung der Becken vorgesehen, erläuterte Stadtkämmerin Cornelia Taubmann. Mit der Zuschussvereinbarung spare Weiden bares Geld. Andere Städte müssten das Doppelte für den Betrieb ihres Bades einsetzen. Weiden habe eines der ersten funktionierenden Modelle öffentlich-privater Partnerschaft gegründet.

In seinem Ausblick auf die weiteren Investitionen im Schätzlerbad zeigte sich Seggewiß überzeugt, dass es kein Stadtrat es wagen werde, "dazu Nein zu sagen".

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