15.04.2019 - 09:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Viel Bewegung, richtige Ernährung

Im vollen Medienraum der Oberpfalz-Medien ging es um Häufigkeit und Ursachen der Arthrose, um Beschwerden, Diagnostik und Therapiemaßnahmen. Dazu äußerte sich Johannes Weiß, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Johannes Weiß stellt den wohl prominentesten Arthrosekranke vor: Ötzi, den Gletschermann.
von Helmut KunzProfil

Zu Beginn seiner Ausführungen beantworte Weiß die Frage, was denn Arthrose überhaupt sei: Nämlich Gelenkverschleiß an den Knorpeloberflächen. Hauptsächlich beleuchtete der Mediziner nichtoperative Maßnahmen gegen die Erkrankung, erläuterte aber auch, wann denn eine Operation unumgänglich sei. „Nicht zu früh, aber auch nicht zu spät.“ Viele Dinge könne der Patient selber beeinflussen: Durch nötige Bewegung und richtige Ernährung. Begleitend gebe es Spritzenbehandlungen, Akkupunktur, Blutegeltherapie oder aber die richtige orthopädische Versorgung, wie Schuheinlagen.

„Jedes Gelenk kann von Arthrose betroffen sein.“ Auch Hand, Schulter, Fuß und Wirbelsäule. Die häufigsten Beschwerden gebe es allerdings an Knie und Hüfte. „Ganz einfach, wegen der axialen Belastung." Einzelne Gelenkkörper seien durch Knorpel miteinander verbunden. „Diese Knorpel verschleißen.“

„Bei einem Alter von 65 Jahren können sie davon ausgehen, dass 50 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer arthrosebedingte Beschwerden haben.“ Der wohl prominenteste Arthrosekranke: Ötzi, der Gletschermann, der vor 5000 Jahren im Alter von 45 Jahren im Eis gestorben ist. Bei den großen Volkskrankheiten stehe Arthrose inzwischen an Platz drei.

„Man kann Arthrose nicht durch eine Veränderung des Essverhaltens wegessen. Aber man kann die entzündlichen Prozesse, die bei der Arthrose eine Rolle spielen durch entsprechende Ernährung in Schach halten.“ Entzündliche Prozesse ließen sich am erfolgreichsten durch viel Gemüse und Obst hemmen.

Verhaltensspezifische Faktoren – der Mediziner nannte hier speziell Übergewicht – seien für das Entstehen einer Arthrose schwerwiegender, als dass sie etwa durch Unfälle verursacht würde oder durch angeborene Faktoren, wie Fehlstellungen der Gelenke. Die Folge: Auch kaputte Gelenke müssten bewegt werden. „Wir sind selber unserer Arthrose Schmied.“

„Heilbar ist die Krankheit nicht. Einen kaputten Knorpel kann man nur ganz begrenzt ersetzen.“ Die Arbeit des Orthopäden liege darin, Beschwerden zu lindern und Symptome zu bekämpfen. Bei erheblichen Knorpeldefekten lasse sich ein Knorpel auch mal ersetzen. „Das fällt aber bei der Arthrose in der Mehrzahl der Fälle flach."

Johannes Weiß spricht über die Volkskrankheit Arthrose.
Johann Weiß spricht im vollbesetzten Medienraum über die Volkskrankheit Arthrose.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.