Was für ein Mega-Konzert! Es stimmte einfach alles an diesem Freitagabend: angenehme Temperaturen, ein bis auf den letzten Platz gefüllter Biergarten und eine Band, die vom ersten bis zum letzten Ton begeisterte. "Muddy What?" lieferte im Kulturbahnhof Parapluie einen Auftritt ab, der zweifellos zu den musikalischen Höhepunkten des "Kulturbahnhof"-Sommers zählt.
Das Trio um Sänger und Gitarrist Fabian Spang präsentierte eine beeindruckende Mischung aus eigenen Songs und neu interpretierten Klassikern. Gemeinsam mit Spangs Schwester Ina an der Mandoline und Leadgitarre sowie Schlagzeuger Dominik Back aus Nürnberg entwickelte die Band einen kraftvollen, modernen Bluesrock-Sound, der sich bewusst von gängigen Coverversionen abhob. Stücke von Jimi Hendrix, Bob Dylan oder ihrem Namensgeber Muddy Waters erhielten eine ganz eigene Handschrift. Sie waren oft kaum wiederzuerkennen, klangen virtuos, frisch und voller Energie.
In Panama bejubelt
Vor allem auch die Eigenkompositionen machten deutlich, warum "Muddy What?", benannt nach Muddy Waters, längst zu den spannendsten Bluesbands Deutschlands zählt und sogar schon in Panama bejubelt wurde. Musikalische Präzision, beeindruckende Soli, Fabian Spangs Gesang und seine Schwester, die ständig wie ein Derwisch um ihn herumtanzte, verschmolzen zu einem abwechslungsreichen Programm, das das Publikum vom ersten Moment an mitriss.
Vor der Bühne wurde ausgelassen getanzt. Immer wieder wirbelten die Besucher Staub auf, während die Band mit sichtbarer Spielfreude das Publikum mitnahm. Besonders emotional wurde es bei den Zugaben. Mit "Honky Tonk Women" vom Album "Live at Victoria Teatern", aufgenommen vor einem Jahr im schwedischen Malmö, verließen die Musiker sogar die Bühne, spielten mitten zwischen den Gästen und marschierten musizierend durch den Biergarten an der Feuerschale vorbei. Näher kann man seinem Publikum kaum kommen.
Außergewöhnlicher Auftritt
Der begeisterte Applaus machte schnell klar, dass eine Zugabe nicht ausreichen würde. Fabian Spang erfüllte den Wunsch mit "Stop Crying", einer weiteren Nummer von Bob Dylan und verabschiedete sich mit einem Versprechen: "In 385 Tagen sind wir wieder hier. "Nach dem Konzert gratulierten sogar Musiker aus der Region zu diesem außergewöhnlichen Auftritt. "Muddy What?" bewiesen eindrucksvoll, warum sie seit Jahren zu den Aushängeschildern der deutschen Blues- und Roots-Rock-Szene zählen. Nicht die Lautstärke oder große Effekte machten diesen Auftritt aus, sondern musikalische Klasse, spürbare Leidenschaft und die Nähe zum Publikum. Der Kulturbahnhof Parapluie bot dafür die perfekte Kulisse.















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