Weiden in der Oberpfalz
10.09.2020 - 09:50 Uhr

Violine trotz Virus: Max-Reger-Tage Weiden in abgespeckter Form

Besser als nichts, viel besser: Die Stadt zieht die Weidener Max-Reger-Tage durch. Statt rund 20 Konzerten sind Anfang Oktober aber nur drei zu hören. In Zeiten pandemiebedingten Kulturschwunds klingt das trotzdem schon mal gut.

Das Boulanger- Trio hat in der Klassikszene einen guten Namen. Nur wenige Tage nach dem Weidener Konzert am 2. Oktober gastieren Karla Haltenwanger, Birgit Erz, und Ilona Kindt (von links) in der Hamburger Elbphilharmonie. Bild: Steven Haberland/exb
Das Boulanger- Trio hat in der Klassikszene einen guten Namen. Nur wenige Tage nach dem Weidener Konzert am 2. Oktober gastieren Karla Haltenwanger, Birgit Erz, und Ilona Kindt (von links) in der Hamburger Elbphilharmonie.

Für das Programm braucht es normalerweise eine 16- oder 20-seitige Broschüre. Diesmal passt es auf einen Flyer. Der verkündet nicht stolz die Max-Reger-Tage, sondern sagt bescheiden "Ein Wochenende mit Max Reger" vom 1. bis 4. Oktober an. Dass es überhaupt stattfinden kann, ist nicht selbstverständlich, unterstreicht Oberbürgermeister Jens Meyer bei der Vorstellung der Reihe am Donnerstag. "Wir hatten schon damit gerechnet, die Veranstaltung ganz abzusagen."

Dass es nicht so weit gekommen ist, sei etlichen Helfern zu verdanken, erklärt Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz. Die Volks- und Raiffeisenbank Nordoberpfalz hält als Sponsorin die Treue, die Kirchengemeinden stellen St. Michael und St. Josef als Auftrittsorte zur Verfügung, und die Förderer vom Freundeskreis der Max-Reger-Tage um Vorsitzenden Horst Petzold schieben ebenfalls mit an. Nicht zuletzt hätten ihre Mitarbeiterinnen Astrid Karl und Irmgard Betz tolle Leute an Land gezogen, freut sich Vorsatz.

Bei der Auswahl der Interpreten gab es neben der Qualität ein wichtiges Kriterium. Es spielen ausschließlich Künstler, die hauptberuflich von der Musik leben. Das heißt, dass kein Hochschulprofessor auf der Bühne steht, der ein Festgehalt kassiert, sondern Virtuosen, die zurzeit kaum Auftrittsmöglichkeiten haben, aber voller Vorfreude stecken, mal Reger gaben zu dürfen.

Wer sie hören will, sollte ab dem Start des Vorverkaufs am 15. September schnell sein. Das Hygienekonzept sieht vor, dass es weder eine Abendkasse gibt und die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist. In die Max-Reger-Halle dürfen maximal 200 Besucher rein, in Michaels- und Josefskirche nur jeweils 100. Karten gibt es ausschließlich im Festivalbüro im Alten Rathaus, E-Mail max-reger-tage[at]weiden[dot]de oder telefonisch unter 0961/814122. Sie kosten zwischen 5 und 15 Euro.

Horst Petzold vom Förderverein der Reger-Tage ist neugierig, wie der Zuspruch ausfällt, wenn das Programm auf drei Tage konzentriert ist. Das Jubiläumsjahr 2016 zum 100. Todestag des Komponisten wirke jedenfalls positiv nach. "Wir haben zum Beispiel ein junges Ehepaar aus München als Neumitglied gewonnen, das regelmäßig nach Weiden kommt, um Reger zu hören."

Eine ähnliche Gelegenheit, ganz laut für den Weidener Tonkünstler auf die Pauke zu hauen, bietet sich 2023. Dann hätte der "Maxe mit der großen Tatze" 150. Geburtstag. Sollte das Coronavirus bis dahin seinen Schrecken verloren haben, steht wohl wieder etwas Festivalähnliches an.

Die Konzerte:
  • Donnerstag, 1. Oktober, 19.30 Uhr, Josefskirche: Recital von Florian Donderer (Violine) und Tanja Tetzlaff (Violoncello) mit Werken von Bach, Reger, Martinu und Schuloff.
  • Freitag, 2. Oktober, 20 Uhr, Max-Reger-Halle: Kammerkonzert des Boulanger-Trios (Karla Haltenwanger, Klavier), (Birgit Erz, Violine), (Ilona Kindt, Violoncello) mit Klaviertrios von Reger, Copland und Beethoven).
  • Sonntag, 4. Oktober, 17 Uhr, Michelskirche: Orgelkonzert von Johannes Lamprecht mit Werken von Reger, Bach und Pärt. Eventuell gibt Lamprecht noch ein Zusatzkonzert.

Ein Rückblick auf das Max-Reger-Jahr 2017

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