13.05.2020 - 15:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Virus und wir: Ich schau dir in die Augen

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Unser Autor wähnt sich mit Maske und Mütze unerkannt. Von wegen! "Virus und wir" - so heißt die Kolumne, in der Redaktionsmitglieder von Oberpfalz-Medien ihre Gedanken zur Coronakrise aufschreiben.

Das halbe Gesicht hinter der Maske versteckt - und doch bin ich nicht inkognito unterwegs.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Vor mehr als 25 Jahren war ich als Reporter in einer Gerichtsverhandlung: Banküberfall. Der Täter hatte eine Sturmhaube getragen, doch die Kassiererin war sich im Gerichtssaal sicher, dass die Augen des Angeklagten die des Räubers waren. Eigentlich ein klarer Fall. Aber nach dem besten Plädoyer eines Verteidigers, das ich je live gehört habe, gab es dennoch einen Freispruch.

Das kommt mir in den Sinn, als ich im Baumarkt unterwegs bin. Ich trage eine Maske, die den unteren Teil meines Gesichtes völlig bedeckt. Eine Baseballmütze verbirgt mein schütteres Haupt. Mit Handschuhen und Heimwerkerklamotten den Einkaufswagen schiebend wähne ich mich daher inkognito unterwegs.

Bis mir ein guter Bekannter entgegenkommt, ebenfalls bis zur vermeintlichen Unkenntlichkeit maskiert und auch leger gekleidet. Wir treffen uns normalerweise gleich nach Feierabend, noch im Business-Look. Und doch dauert es zwischen den Regalreihen mit Werkzeug weniger als eine Sekunde, bis uns beiden das "Servus" entfährt. Mir dünkt: Freunde erkennt man im ersten Augenblick wieder. Offenbar auch Bankräuber. Mein Tipp für angehende Aushilfsganoven: Rückwärts in die Bank stürmen - oder die Augen schließen.

Alle Teile unserer Kolumne Virus und wir

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