Noch wenige Wochen vor Beginn war unklar, ob das Weidener Volksfest 2025 überhaupt stattfinden würde. Kein Festwirt hatte sich bereit erklärt, die größte Veranstaltung der Stadt zu übernehmen. Kein Wunder bei nur fünf Tagen Festbetrieb. In letzter Minute sprang der Schleizer Gastronom und Caterer Manuel Metzner ein. Er legte mit seinem Zelt einen fulminanten Start hin.
Schon früh füllte sich am Samstagabend das Festzelt bis auf den letzten Platz. Die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun, Masskrüge und Brotzeitplatten durch die Menge zu balancieren. Nebelmaschinen verwandelten den Volksfestplatz in eine Art Party-Club. Im Zelt brachte die Band "Vagabunden" – wie schon am Vorabend die Partyband “Highline” - die Stimmung zum Brodeln. Auf den Bänken hielt es niemanden mehr, ganze Besucherreihen tanzten, sangen und schunkelten. "So viel Betrieb hatten wir hier schon lange nicht mehr", freute sich ein Stammgast, während im Zelt die Bedienungen mit den Masskrügen kaum nachkamen.
Familientag bei Sonnenschein
Das Weidener Volksfest lebte – trotz kurzfristiger Organisation, trotz Unsicherheit im Vorfeld. Die Besucher wollten feiern. Und sie feierten ausgelassen. Auf das Tollhaus am Samstag folgte am Sonntag ein völlig anderes Bild. Nicht minder stimmungsvoll, aber wieder bei strahlendem Sonnenschein: Jetzt strömten Familien mit Kindern auf den Festplatz. Karussellfahrten, Losbuden und Zuckerwatte prägten den Nachmittag. Im Zelt spielten die "Dorfbengel" bodenständige Musik, während die Tanzschule Höllriegl mit schwungvollen Auftritten für Unterhaltung sorgte.
Einmal mehr war es ein Tag für Jung und Alt, bei dem einerseits die Gemütlichkeit und andererseits der Nervenkitzel in den Fahrgeschäften im Vordergrund standen. Während am Vorabend Bierkrüge klirrten, standen am folgenden Nachmittag Kinderlachen und Familienausflüge im Mittelpunkt.
40 Mitarbeiter
Der neue Festwirt brachte dabei seine eigene Note ein. Weiße Tischlaken, ein reichhaltiges Speisenangebot und ein engagiertes Team von 40 Mitarbeitern prägten das Bild. Doch Metzner macht keinen Hehl daraus, dass es auch Probleme gab: Viele Besucher verzehrten ihr Essen zwar im Zelt, kauften es aber draußen. "Mit Bier allein lässt sich ein Betrieb nicht wirtschaftlich führen", betonte er gegenüber Oberpfalz-Medien.
Allein in diese fünf Tage, so der Festwirt, habe er einen sechsstelligen Betrag investiert. Eine Ausweitung des Volksfestes auf elf Tage würde sich seiner Ansicht nach deutlich eher lohnen. Auch beim traditionellen Feuerwerk hatte er klare Vorstellungen: Statt am Freitag, wenn ohnehin alles voll sei, wäre Montag der bessere Termin. Um den Wochenstart selbst attraktiver zu machen, setzte der Gastronom ein Zeichen: Am Montagabend kostet die Mass Bier ab 18 Uhr nur noch acht Euro, jedes Essen soll zum halben Preis erhältlich sein. Den musikalischen Abschluss setzten die "Partyräuber", die für einen stimmungsvollen Ausklang nach einem starken Wochenende sorgen sollen.
Trotz kurzer Vorbereitungszeit verlief alles reibungslos. Die Besucherzahlen stimmten, das Programm überzeugte, die Stimmung war ausgelassen. Fazit: Ohne die spontane Zusage von Manuel Metzner hätte die Stadt in diesem Jahr wohl kein Volksfest gehabt. Der Wirt rettete eine Traditionsveranstaltung, die sich früher im August über elf Tage erstreckte und später eingeschrumpft wurde. Vielleicht sollte man darüber im Sinne aller Beteiligten wieder nachdenken.
5190853

























Ist ein Profi und kann’s mit Petrus🤗😂😎
Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.