„Diese Kirche ist mitten in der Bürgergemeinde zuhause“, erklärte Dekan Wenrich Slenczka am Sonntagvormittag beim Gottesdienst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Kreuz Christi in der Stockerhut. Er unterstrich, dass die Häuser rund um das Gotteshaus in etwa gleich alt seien. Gleichzeitig würdigte er die Menschen aus dieser Bürgerschaft. Das Gemeindezentrum wurde am 31. August 1969 eingeweiht.
„Natürlich bin ich tief beglückt über diesen Gottesdienstbesuch heute“, sagte Pfarrerin Edith Lang angesichts der bis auf den allerletzten Platz gefüllten Kirche. „Das ist natürlich nicht die Realität an jedem Sonntag.“ Wegen der aktuellen Lage der Kirche komme der Boden unter den eigenen Füßen langsam ins Wanken. Trotzdem sei es ratsam, sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Man dürfe sich nicht um jeden Preis allem anpassen.
„Denn dann würde das, was wir sagen, jeder andere auch sagen. Warum sollte es uns dann noch geben?“ Die Pfarrerin: „Wir schauen auf den, auf dem wir stehen. Wir schauen auf Jesus Christus.“ Standhaft müsse man bleiben. Unsicherheit versteinere. „Das wäre unangenehm. Wer versteinert, wird kalt.“ Die Folge: Enge und Unfreiheit.
In diesem Land gebe es genug Menschen, die sich unsicher fühlten. „Die dann zu extremen Positionen tendieren, egal ob links oder rechts oder ob es religiöser Fanatismus ist.“ Wofür lohne es sich zu kämpfen? „Wir sind eine vielgestaltige Gemeinde mit Menschen mit unterschiedlichsten persönlichen Hintergründen.“ Als Beispiele nannte sie die Integration der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Achtzigern und nach 2015. In Kreuz Christi gebe es einen iranischen Bibelkreis. „Diese Kirche ist auf festem Grund gebaut, weil der Hausherr dieser Kirche dafür sorgt.“ Niemand sei ein fertiger Mensch. „Wir sind alle Baustellen.“
Pfarrerin Stefanie Endruweit und Pfarrer Hans-Martin Meuß präsentierten mit ihren Kollegen Daniel Koo Chia En und Bianca Bartsch zwei Kollegen aus Malaysia und Brasilien, die derzeit in Deutschland zu Gast sind. Dekan Slenczka begrüßte neben Bürgermeister Jens Meyer die beiden Stadträte Reinhold Wildenauer und Karl Bärnklau sowie mehrere ehemalige Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Sprengel, die teils von weither angereist waren und von denen viele heute schon im Ruhestand sind.
Sein besonderer Dank galt den Mesnerinnen, der Organistin, Hausmeistern und Kindergartenmitarbeiterinnen. Alle bekamen Blumen.
Draußen startete nach dem Gottesdienst das Michaelsfest. Dazu halfen viele Gemeindemitglieder zusammen. Es gab Grillfleisch, Kaffee und Kuchen. Dazu Kinderbelustigung. Auch die KAB und der Welt-Laden waren mit Ständen vertreten. Der Gottesdienst wurde musikalisch von der Gruppe „Ephesus“ umrahmt.
















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