17.09.2020 - 15:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wegen Rauschgift aus dem Darknet vor Gericht

16 mal hatte ein 49-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis Neustadt/WN von Juni 2018 bis Januar 2019 für einen Bekannten Päckchen angenommen. Das könnte sich nun rächen.

Justitia - in diesem Fall in der ostsächsischen Stadt Görlitz ohne Augenbinde - ist die römische Göttin der Gerechtigkeit.
von Autor hczProfil

In den Päckchen, die der Mann in der zweiten Jahreshälfte 2018 entgegennahm, befanden sich laut Anklage im „Darknet“ bestellte Drogen: Haschisch von zehn bis 100 Gramm, Marihuana im einstelligen Grammbereich, Amphetamin und Exstacy. Das Rauschgift hatte ein 34-Jähriger Bekannter des 49-Jährigen von der Plattform „Easy Market“ bestellt. Die kleinen Pakete trugen als Absender jedoch den Namen einer Firma in Solingen und die Inhaltsbezeichnung „Computer-Zubehör".

Der wegen Drogenbesitzes von Staatsanwältin Sandra Dechant vor dem Schöffengericht Angeklagte behauptete, nichts von dem Inhalt gewusst zu haben. Nie habe er eine der Sendungen geöffnet oder gar etwas herausgenommen. Nie habe ihm der Bekannte Geld gegeben. Lediglich etwas Marihuana habe er manchmal erhalten. Hie und da rauche er „Gras“. Früher habe er auch Exstacy genommen, nie aber Haschisch.

Ein Hauptkommissar des Landeskriminalamts berichtete, dass man vom LKA Dortmund, nachdem dort gegen die Darknet-Plattform ermittelt worden war, mehrere Abnehmer-Adressen aus der nördlichen Oberpfalz erhalten habe. Als Zeuge wurde auch der, zu dreieinhalb Jahren verurteilte und mittlerweile im Bezirksklinikum zur Drogentherapie befindliche Dealer gehört. Er behauptete, dass der 49-Jährige aus jeder Sendung knapp die Hälfte abbekommen habe. Wenn ihm dieser per "WhatsApp" ein „Bierkrug“-Symbol und „leer“ zugeschickt habe, so habe dies geheißen, dass er etwas (Drogen) brauche. Ein Wohnungsnachbar des Angeklagten bezeugte, dass der Dealer meist sofort gekommen sei, sobald ein Päckchen eingetroffen war. Manchmal habe dieser es auch selbst dem Postkasten des Angeklagten entnommen.

Da Verteidiger Clemens Sammet unbedingt die Ehefrau des inhaftierten Dealers hören will, muss die Frau, die zurzeit in Wöllershof behandelt wird, geladen werden. Richter Hubert Windisch vertagte die Verhandlung.

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