02.05.2021 - 13:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Barrierefreier Ausbau des Kirchplatzes von St. Michael läuft

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Die evangelische Kirchengemeinde St. Michael in Weiden hat mit der Neugestaltung des Kirchplatzes begonnen. Eine Baustelle, die manche Überraschung mit sich bringt.

Der Kieselstein-Belag vor dem Haupteingang der Michaelskirche ist beiseite geräumt. Bagger der Baufirma Schieder aus Bechtsrieth graben sich in den Untergrund. Zunächst werden die Entwässerungsleitungen erneuert.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Ein barrierefreier und damit ungehinderter Zugang in die Michaelskirche soll noch in diesem Sommer für Besucher möglich sein. Dazu wird der Platz rund um die Kirche saniert. Vor allem der umlaufende Gehweg mit Bordsteinkante wird verschwinden. "Diese Stufe ist mehr ein Hindernis und muss weg", sagt Dekan Thomas Guba, der das Bauprojekt mit seinem Amtsantritt in Weiden vor einem halben Jahr quasi "geerbt" hat.

Die Planungen reichen bis ins Jahr 2018 zurück. Die Finanzierungsfrage, Absprachen mit dem Denkmalschutz und aktuell die Corona-Pandemie verzögerten den Baubeginn. Vor rund einer Woche nun wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen - sehr zur Freude aller Beteiligten rund um Guba und Planer Hans Schindler vom Weidener Ingenieurbüro. Abschnitt I umfasst den westlichen Bereich vom Haupteingang der Kirche bis zum Seiteneingang auf der südlichen Seite zur Häuserzeile "Am Stock". Die Kosten liegen bei rund 355.000 Euro. Der Landeskirchenrat der evangelisch-lutherischen Kirche genehmigte den ersten Sanierungsabschnitt und bezuschusst knapp 100.000 Euro.

Kirchplatz oft umgegraben

Insgesamt kein einfaches Bauprojekt. Laut Unterlagen wurde der Kirchplatz im Jahr 1862 angelegt. Diese ursprüngliche Form ist aber nicht mehr vorhanden. Immer wieder wurde über die Jahrzehnte der Platz aufgegraben und das historische Kieselsteinpflaster mehr oder weniger gut wiederhergestellt. Nördlich und südlich der Kirche wurden zahllose Entwässerungs- und Wasserleitungen verlegt, dazu Kabeltrassen für Strom und Telefon. Auf die Ruhestätte als historischer Friedhof sei bei den Arbeiten kaum Rücksicht genommen worden, hielt Schindler in seiner Planung fest.

"Wir haben unzählige alte Wasserleitungen im Untergrund gefunden. Viele davon sind nicht in den Plänen verzeichnet und in schlechtem Zustand", sagt der Diplomingenieur auf Anfrage. In Abstimmung mit den Stadtwerken müsse geklärt werden, welche Zementrohre noch funktionsfähig sind. Manches durften die Mitarbeiter der Baufirma Schieder aus Bechtsrieth bereits "wegbaggern". Auch alte Elektroleitungen liegen zuhauf in der Erde. Bei den aktuellen Erdarbeiten liege der Fokus auf der Erneuerung der Entwässerungsanlagen, so Schindler. "Wir legen neue Kanäle und setzen neue Schächte." Davon profitierten auch die Häuser Oberer Markt 24 und der "Heindlwirt", die auf eigene Kosten an die neue Entwässerung angeschlossen würden. Die Kirchengemeinde als Grundstückseigentümer habe dem zugestimmt.

Knochenreste gefunden

Bei den Grabungen stießen die Arbeiter auch auf wenige Knochenreste, die in der Erde verbleiben. Damit müsse man auf einem ehemaligen Friedhof (er wurde 1543 aufgelöst) rechnen, erklärt der Planer. Stadt und Denkmalschutz wurden informiert.

Bis Ende Juli soll Bauabschnitt I abgeschlossen sein, und mit ihm die Gestaltung des Platzes vor dem Hauptportal mit neuem Steinplattenbelag, Sitzbänken und Fahrradständern. "Ein Platz zum Verweilen", hat Dekan Guba die künftige Nutzung des Areals schon vor Augen. Allein der weitere Ausbau scheint jedoch ins Stocken zu geraten. "Die Bauabschnitte II bis IV liegen im Moment auf Eis", sagt Planer Schindler. Zum einen sei im Moment kein Geld da, zum anderen habe das Denkmalschutzamt ein Veto eingelegt. "Es will das historische Kieselpflaster auf der Nordseite beim Alten Schulhaus erhalten, ebenso die Sperrpfosten zur Schulgasse hin. Hier wird sich sobald nichts tun."

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Weiden in der Oberpfalz
Vor dem Haupteingang der Michaelskirche bis zur südlichen Häuserzeile "Am Stock" (rechts) laufen im Moment Erdarbeiten. Offen zugänglich beleibt der Kircheneingang auf der Nordseite.

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