Weiden bleibt für weitere zwei Jahre Fairtrade-Town. „Ich glaube, dass sich die Fairtrade-Produkte durchgesetzt haben“, unterstrich Bürgermeister Lothar Höher am Freitagvormittag im Neuen Rathaus bei der Urkundenpräsentation. „Wir wollen weiterhin den Menschen Gelegenheit bieten, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Wir als Stadt wollen hier Vorbild sein.“ Höher traf sich mit der Lenkungsgruppe im Neuen Rathaus.
Die Kampagnenleitung Fairtrade Towns der Trainsfair in Köln würdigte mit der Urkunde das unermüdliche Engagement für ehrlichen Handel der Stadt Weiden. Mit Höher und Wirtschaftsförderin Cornelia Völkl freuten sich die Mitglieder der Lenkungsgruppe Annette Rösl vom Weltladen, Michael Träger und Christa Burzer von der KAB und Veit Wagner von der Agenda 21.
Gleichzeitig würdigte der Bürgermeister das riesige Sortiment an marktfähigen und fairgehandelten Produkten im Weltladen. Schokolade oder Kaffee lockten mit hoher Qualität und ähnlichen Preisen wie Feinkostläden. Wagner unterstrich die Nachhaltigkeit. Inzwischen würden viele Kindergärten, Kirchen und Kantinen beliefert. „In nächster Zeit auch der Bauhof und die Feuerwehr." Er denke da unter anderem auch an Arbeitskleidung.
Als Fairtrade-Towns bekennen sich Kommunen zu einem fairen Handel mit Gütern, wie Kaffee, Tee, Zucker, Reis oder Textilien, die vornehmlich in den Entwicklungsländern produziert werden. Sie geben damit ein Bekenntnis ab für das Eintreten für Menschenrechte und für faire Lebensverhältnisse und Hilfe zur Selbsthilfe.
Voraussetzung für das Führen des Titels sind die folgenden fünf Kriterien: Die Stadtverwaltung muss fair gehandelte Produkte bereitstellen, Gastronomie und Handel müssen fair gehandelte Produkte anbieten, es muss einen Ratsbeschluss geben und eine Lenkungsgruppe installiert werden. Außerdem müssen die Medien über das Vorhaben der Stadt berichtet haben.
Für die Titelerneuerung waren umfangreiche und nachhaltige Aktivitäten erforderlich. Seit dem Stadtratsbeschluss 2017 wird in der Weidener Stadtverwaltung fairer Kaffee und Tee ausgeschenkt. Viele Weidener Geschäfte führen faire Produkte – unter anderem bietet der Weltladen seit zwei Jahren eine faire Stadtschokolade an. Die Fairtrade-Town Weiden wirkt alljährlich bei den „Fairen Wochen“ und bei der „Fairen Rosen“-Aktion mit.
„Wir verstehen diese Auszeichnung als Motivation und Aufforderung für weiterführendes Engagement“, erklärte Höher. Träger forderte ein Umdenken und eine Bewusstseinsänderung in der betriebswirtschaftlichen Führung von Unternehmen. Nicht der billigste Markt sollte beim Einkauf im Vordergrund stehen, sondern die Prüfung, woher die Produkte kämen und unter welchen Umständen sie hergestellt würden. „Steter Tropfen höhlt den Stein.“













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