Was sind Familienpaten?
Familienpaten können Müttern, Vätern und anderen Erziehungsberechtigten bei Problemen und Überforderung niederschwellig helfen, ihren Familienalltag zu bewältigen und ihrer Verantwortung als Erzieher bewusster zu gestalten. Die Kinder werden dabei mit einbezogen.
Warum braucht es Familienpaten?
Die Zahl der Familien, die sich in überfordernden Situationen wiederfinden, steigt laut dem "Netzwerk Familienpaten Bayern" stetig. Wachsende Anforderungen an Familien, fehlende Unterstützung durch ein soziales Netz und vielfältige Familienmodelle führen nicht selten dazu, dass die Bewältigung des Alltags Probleme bereitet. Hier können Familienpaten unterstützen.
Wer ist als Familienpate geeignet?
Geschulte und zertifizierte Ehrenamtliche ab 18 Jahren, die ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen können. Sie sollten aufgeschlossen, selbstbewusst, reflektiert, mitfühlend, Grenzen wahrend, unvoreingenommen, verschwiegen sein. Sie müssen bereit sein, eng mit den fachlichen Koordinatoren zusammenzuarbeiten und nicht eigenmächtig zu handeln.
An welche Familien richtet sich das Angebot?
Kurz gesagt: an Familien mit Kindern und Alleinerziehende sowie Migranten, die das Gefühl haben, alleine nicht (mehr) zurecht zu kommen. Sie sollten in Weiden oder dem Landkreis Neustadt/WN leben.
Welche Aufgaben können Familienpaten übernehmen?
Sie können bei der Kindererziehung helfen oder ein Familienmitglied in einer spezifischen Situation unterstützen. Zu den Aufgaben gehören Zuhören, Freizeitgestaltung mit den Kindern, Netzwerkaufbau für die Familie, Hilfe bei Alltagsentscheidungen, Schaffung einer Tagesstruktur, gemeinsame Weiterentwicklung der Erziehungskompetenz, Hilfe bei Schwierigkeiten in der Schule oder Behördengängen. Bei Bedarf dienen die Paten als Lotsen, die an lokale Fach- und Beratungsstellen weiterleiten können.
Wo gibt es Familienpaten und wer ist für sie zuständig?
Familienpaten gibt es an 63 Standorten in Bayern, darunter Amberg. In neuer Standort wird gerade in Tirschenreuth aufgebaut. Für das Angebot in Weiden und dem Landkreis Neustadt kooperiert das Netzwerk Familienpaten Bayern (bestehend aus dem Deutschen Kinderschutzbund, vertreten durch Susanna Kaiser, der Katholische Deutsche Frauenbund (Landesbildungswerk Bayern), vertreten durch Anna-Maria Ederer, mit der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Weiden-Neustadt/WN, vertreten durch Gunter Hannig, und dem Evangelischen Bildungswerk Oberpfalz, vertreten durch Bettina Hahn.
Wie und von wem werden Familienpaten ausgebildet?
Sie absolvieren in Weiden eine 36-stündige Schulung nach einheitlichen Qualitätskriterien bei der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Katholischen Jugendfürsorge in Weiden. Bei der Schulung werden unter anderem folgende Themen bearbeitet: Umgang mit Familien in Krisen, Dynamik in Familien, Einsatzbereiche, Kommunikation und Gesprächsführung, Möglichkeiten und Grenzen der Hilfestellung, Nähe und Distanz, Kindeswohlgefährdung, interkulturelle Kompetenz, Ablösung und Abschied von der Familie.
Wie beginnt die Patenschaft?
Bettina Hahn, Geschäftsführerin und pädagogische Leiterin des Evangelisches Bildungswerk Oberpfalz, führt als Koordinatorin ein Erstgespräch mit der Familie. Gemeinsam wird ein konkreter Auftrag vereinbart, mit dem der Pate in die Familie geht. Wünsche und Ziele werden gemeinsam und individuell auf die Familie abgestimmt, wobei das Wohl der Kinder immer im Vordergrund steht. Anschließend sucht die Koordinatorin dann einen für diese Familie passenden Paten aus und begleitet diesen beim Erstkontakt mit der Familie.
Wie lange und oft begleiten die Paten ihre Familien?
Die Patenschaft ist auf bis zu einem Jahr ausgerichtet. Eine Verlängerung oder Verkürzung ist unter Zustimmung von Familie, Pate und Fachkraft jederzeit möglich. Nach sechs Monaten wird geklärt, ob Wünsche und Ziele neu angepasst werden müssen. In der Regel begleitet der Pate seine Familie einmal pro Woche. Pate und/oder Familie können die Patenschaft jederzeit beenden.
Werden die Paten bei ihren Einsätzen fachlich unterstützt?
Ja, sie sind eingebunden in ein Team und stehen in engem Kontakt mit einer hauptamtlichen pädagogischen Fachkraft, die auf ein Netzwerk aus Einrichtungen der Jugendhilfe zurückgreifen kann. Einmal pro Monat findet ein Patentreffen mit Reflexion statt. Außerdem werden Weiterbildungen angeboten.
Wo liegen die Grenzen ihrer Unterstützungsmöglichkeiten?
Wenn es um Kindeswohlgefährdung geht, werden Fachleute hinzugezogen. Deshalb gehört die Katholische Jugendfürsorge Regensburg, vertreten durch Gunter Hannig als Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Weiden zu den Vertragspartnern des "Netzwerk Familienpaten Bayern".
Gibt es eine Aufwandsentschädigung?
Familienpaten engagieren sich grundsätzlich ehrenamtlich. Kosten für Material, Fahrtkosten und beispielsweise Eintrittsgelder für Unternehmungen mit Kindern können erstattet werden.
Entstehen den Familien Kosten durch eine Patenschaft?
Nein. Die Begleitung ist kostenlos. Das "Netzwerk Familienpaten Bayern" wird unterstützt und gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Familienpaten gesucht
- Ausbildungsbeginn: geplant ist ein Beginn noch in diesem Jahr
- Voraussetzung als Pate: mindestens 18 Jahre alt, erweitertes Führungszeugnis, persönliche Eignung und Schulung
- Kontakt: Wer Interesse an der Ausbildung zum Familienpaten hat, kann sich beim Evangelischen Bildungswerk Oberpfalz melden. Telefon: 0160/91718282, E-Mail: ebw.oberpfalz[at]elkb[dot]de.













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