19.09.2019 - 16:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden-Moosbürg: 500 Haushalte ohne Strom

Für circa eine Stunde fiel am Donnerstag, 19. September, im Stadtteil Bahnhof-Moosbürg der Strom aus. Die Störung wurde schnell behoben. Doch neben 500 Haushalten waren auch Einkaufsmärkte und das Ärztehaus betroffen.

Einige Patienten konnten wegen des ausbleibenden Stroms im Ärztehaus nicht behandelt werden, sie wurden nach Hause geschickt. Im ebenfalls betroffenen Bayernwerk-Kundencenter (graues Gebäude im Hintergrund) spürte man vom Stromausfall nichts: Dort sprang ein Notversorgungsaggregat an.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Bei Bauarbeiten im Bereich zwischen Bürgerbräugelände und Bahnhof wurden am Donnerstagvormittag durch eine Bohrung mehrere Stromkabel beschädigt. In etlichen Straßenzügen des Stadtteils Moosbürg gingen deshalb ab 10.45 Uhr die Lichter aus. Laut Christian Martens vom Netzbetreiber Bayernwerk AG war für die rund 500 betroffenen Haushalte die Vollversorgung durch den schnellen Einsatz eines Bereitschaftsteams bereits um 11:23 Uhr wieder hergestellt.

In Mitleidenschaft gezogen wurden neben einem 20-Kilovolt-Mittelspannungskabel auch ein Fernmeldekabel sowie drei Stränge eines Ortsnetzkabels. Das Problem dabei: "Wenn nur ein Kabel beschädigt wird, kann man auf die anderen Kabel umschalten. In diesem Fall jedoch hat es leider alle drei Stränge erwischt", erklärt Christine Melischko von den Weidener Stadtwerken.

Eigenes Notstromaggregat

Weil die Bayernwerk Netz GmbH in der Moosbürgerstraße mit dem Kundencenter eine Außenstelle betreibt, war der Stromnetzbetreiber vom Ausfall auch selbst betroffen. Im Gegensatz zu den umliegenden Wohnungen war hier jedoch aufgrund der Versorgung mit einem dieselbetriebenen Notstromaggregat "die Erreichbarkeit und Arbeitsfähigkeit des Centers zu jedem Zeitpunkt gegeben", erklärt Melischko. Die Autarkie vom öffentlichen Stromnetz sei geboten, um im Krisenfall schnell reagieren und die Versorgung für die Bevölkerung wiederherstellen zu können.

Auch in den Einkaufsmärkten in der Unteren Bauscherstraße war man auf die Ausnahmesituation gut vorbereitet. Sowohl das Edeka-Einkaufszentrum Grünbauer als auch das Kaufland verfügen über eigene Aggregate, die im Ausnahmefall selbst Strom erzeugen. So sei dafür gesorgt, dass "Beleuchtung, Kühlung, Türen und Durchsagen [...] zuverlässig funktionieren", informiert Anna Münzing von der Kaufland-Presseabteilung. Um zudem gegen kriminelle Vorhaben gut geschützt zu sein, sei das "Kassensystem durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung besonders abgesichert".

Laut Münzing habe diese Notfalltechnik in Weiden "ordnungsgemäß funktioniert – unsere Kunden haben allenfalls bemerkt, dass das Licht im Markt ein klein wenig dunkler wurde."

Patienten heimgeschickt

Mehr Probleme bereitete der Stromausfall dem Ärztezentrum in Moosbürg. So berichtete eine Praxisangestellte, dass zahlreiche Patienten wieder nach Hause geschickt werden mussten, da viele Geräte auf Strom angewiesen sind, und die Behandlung teilweise darunter litt. Zudem war das Arbeiten an der Rezeption kaum möglich, da die Computer nicht funktionierten. Den Patienten sei ein neuer Termin am Nachmittag zugeteilt worden.

Mit Gelassenheit reagierte auch eine Mitarbeiterin der Apotheke im Ärztehaus. "Das lief recht unkompliziert, schon nach 15 Minuten war der Strom bei uns wieder da." Zwar seien die Computer abgestürzt, aber alle Daten streng gesichert. Kunden waren zum betreffenden Zeitpunkt nicht in der Apotheke, hätten aber jederzeit eintreten können: "Unsere elektronische Tür ist zwar ausgefallen, aber die steht tagsüber sowieso immer offen."

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