21.02.2021 - 13:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

In Weiden: Sonne tanken und Eis essen gegen Coronafrust

Der erste warme Vorfrühlingstag treibt auch in Weiden die Bürger nach draußen. Viele wollen an diesem Wochenende endlich das erste Eis schlecken, waschen ihre Autos oder spazieren im Park. Ein wenig Normalität in Coronazeiten.

Endlich wieder Eis schlecken: "Ein tolles Gefühl in dieser schlimmen Zeit", sagt sich diese Familie.
von Helmut KunzProfil

Norbert Freundorfer bekommt am Wochenende seinen ersten Bienenstich in diesem Jahr. Keine süße Leckerei, sondern einen kurzen, stechenden Schmerz im Nacken. Dabei wollte der Imker nur prüfen, wie seine Bienenvölker im Stock die Kälte überstanden haben. „Alles noch Jungbienen. Die kennen mich noch nicht", lacht er. Die Sonne sorgt am Wochenende nicht nur bei den Bienenvölkern, sondern allerorten für ein Frühlingserwachen. Auf vergleichsweise wohlige 13 Grad klettert das Thermometer in der Max-Reger-Stadt. Zur Erinnerung: Vor etwas über einer Woche bibberte die Region noch bei zweistelligen Minusgraden.

Viele Weidener sind an diesem ersten sonnigen und warmen Wochenende unterwegs und wollen in der Sonne die Gedanken an die Pandemie verdrängen. In der Dr.-Pfleger-Straße bildet sich eine lange Warteschlange vor der Eisdiele. Ein Schoko- oder Stracciatella-Eis in der Waffel auf die Hand. Eine Mutter schwärmt: „Einfach wieder ein tolles Gefühl in dieser schlimmen Zeit.“

Aufbruchstimmung auch auf auf dem Spielplatz in der Kurt-Schumacher-Allee. Denn eines spürt man deutlich: Die Leute haben die ständigen Verlängerungen des Lockdowns langsam satt, wünschen sich ihr altes Leben zurück. Entlang des Flutkanals sind Jogger, Radfahrer und Spaziergänger unterwegs. Einige machen Dehnübungen am Ufer der Naab. Andere gehen mit ihren Hunden Gassi. Auf den Sitzbänken tanken Spaziergänger Sonne.

Und in den Gärten werden erste Frühjahrsarbeiten durchgeführt. Die Zeit sei prima für einen Baumschnitt, heißt es. Hochkonjunktur auch vor den Autowaschanlagen. Nur schnell weg mit Winterdreck.

Bei aller Euphorie: In der Innenstadt spiegelt sich die Corona-Tristesse mit ganzer Härte wider. Geschlossene Geschäfte und gestapelte Stühle vor den geschlossenen Cafés und Kneipen seit gefühlt einem Jahr, holen manchen Tagträumer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

 

 

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