Den Grund für den Amtswechsel packt Notar Damian Wolfgang Najdecki in zwei Worte: "Family First." Auf Nachfrage ergänzt der 40-Jährige, der im April 2010 an der Seite von Sozius Dr. Thomas Schiffner die Nachfolge von Falk Knies in der Kanzlei in der Goethestraße angetreten hat, der Wechsel ist der beruflichen Situation der Ehefrau geschuldet. "Sie arbeitet in München." Najdeckis Wechsel in ein Notariat an den Karlsplatz, gemeinhin auch Stachus genannt, trage sozusagen zur Familienzusammenführung bei. Doch der Familienvater geht nicht ohne Wehmut. "Ich hatte aufregende Jahre hier", bilanziert Najdecki.
Zum einen privat: Der Notar baute hier mit seiner Frau, einer Regensburgerin, ein Haus, gründete eine Familie. 2015 kam Tochter Sarah Marie in der Max-Reger-Stadt zur Welt. "Diese Verbundenheit zu Weiden wird also immer bleiben." Zudem engagierte er sich sieben Jahre im Förderverein der OTH, zuletzt wirkte er dort als Vorsitzender. "Aber es hilft nichts: Das musste ich jetzt aufgeben." Kommissarischer Leiter ist bis auf weiteres Günther Kamm, Chef der Stadtbau Weiden GmbH.
Zum anderen berichtet er von spannenden Mandaten, die er als Notar übernehmen durfte. "Das NOC etwa hat mich lange beschäftigt", erinnert sich Najdecki. Stadt und Investor besiegelten im März 2015 in seinem Büro den Bau der Stadtgalerie, indem Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Fondara-Chef Thomas Schumacher die entsprechenden Verträge unterzeichneten. Auch die Fusion der beiden Fußball-Traditionsvereine SpVgg Weiden 2010 und SV Detag zur SpVgg SV Weiden begleitete Najdecki.
"Zu den aufregendsten Dingen, ja, zu einem echten Highlight, gehörte für mich aber die Riesenfusion der Banken", gesteht der 40-Jährige. Er betreute das Zusammenwachsen von Volksbank Nordoberpfalz, Raiffeisenbank Weiden und Raiffeisenbank im Stiftland zu einer neuen genossenschaftlichen Großbank, sagt "Es war mir eine Ehre" und freut sich noch heute über das Vertrauen, das der damalige Vorstandssprecher Rudolf Winter ihm dafür entgegengebracht habe. Auch an seinem Sozius Schiffer sowie an den "tollen Mitarbeitern" hänge er.
Dennoch vergisst Najdecki nicht Hermann Hesse und dessen Zauber, der jedem Neuanfang innewohnen soll: "Vorfreude auf die neue Aufgabe ist schon auch da." Der 40-Jährige residiert künftig am Münchener Karlsplatz. In Weiden wird Dr. Benedikt Jugl übernehmen. Er wurde als Verwalter bestellt, bis die Stelle Najdeckis mit einem neuen Notar oder einem Notarassessor besetzt wird. Das aber kann dauern. Aktuell werde die Stelle über das Justizministerium ausgeschrieben. Doch ist sie auch begehrt? "Das hier ist ein hervorragendes Notariat. Ich würde diese Stelle deshalb als sehr begehrenswert beschreiben", sagt Najdecki - es war übrigens seine erste als Notar.
So werden Notariatsstellen vergeben
Die Justizverwaltung hat für eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit notariellen Dienstleistungen wie Beurkundungen von Grundstückskaufverträgen, Testamenten, Erbverträgen, Beglaubigungen und so weiter Sorge zu tragen. Jede zu besetzende Notarstelle wird zur Bewerbung im Justizministerialblatt ausgeschrieben. Bewerben können sich Juristen nach einem mindestens dreijährigen Anwärterdienst und entsprechender Eignung. Die Landesnotarkammer ersucht den Präsidenten des Landgerichts, in dessen Bezirk der Amtssitz eines aussichtsreichen Bewerbers liegt, um Abgabe einer Stellungnahme zu der Bewerbung.
Der Behördenchef bewertet etwa auf der Grundlage der Geschäftsprüfungen, von Mitteilungen in Straf- und Zivilsachen sowie von Eingaben und Beschwerden in den zeitlichen Grenzen die Eignung des Notars für das ausgeschriebene Amt. Die Landesnotarkammer fordert die aussichtsreichen Bewerber zur Erklärung auf, ob sie zur Weiterbeschäftigung des an der Notarstelle tätigen Personals bereit sind, heißt es in der Bundesnotarordnung. Alsbald nach Ablauf der Bewerbungsfrist übermittelt die Landesnotarkammer dem Justizministerium eine mit Gründen versehene Empfehlung, welchem Bewerber nach ihrer Auffassung die Notarstelle übertragen werden sollte. Der Empfehlung fügt sie eine Bewerberliste bei, in der die Bewerber in der Reihenfolge ihrer Eignung aus Sicht der Landesnotarkammer aufgeführt sind. Klappt es mit der ersten Notarstelle, werden die Juristen zum Notar auf Lebenszeit ernannt. Auf Damian Najdecki kann auch ein Notarassessor folgen. Ein Notarassessor befindet sich in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis. Nach frühestens sechs Monaten kann er kurzfristig zur Vertretung anderer Notare eingesetzt werden. Er erhält Dienstbezüge entsprechend einem Richter der Besoldungsgruppe R1 (4200 Euro). Der Anwärterdienst dauert mindestens drei Jahre bis zur Übernahme einer Notarstelle. In der Regel erfolgt eine Ernennung zum Notar nach durchschnittlich vier Jahren Anwärterzeit. So informiert der Bayerische Notarverein.













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