02.06.2021 - 12:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden weiterhin Sperrgebiet: Bienenseuche nicht auszurotten

Die Amerikanische Faulbrut macht Bienen und Imkern in Weiden weiterhin zu schaffen. Seit 2019 schon ist die Stadt Sperrgebiet, denn die Bienenseuche lässt sich einfach nicht ausrotten. Das hat laut dem Veterinäramt auch bestimmte Gründe.

Die Weidener Bienen haben seit Längerem mit der Amerikanischen Faulbrut, einer Seuche, zu kämpfen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Das Sperrgebiet für Bienen muss in Weiden weiterhin bestehen bleiben. Das Veterinäramt der Stadt hatte es bereits am 10. Mai 2019 ausgerufen, da die Amerikanische Faulbrut, eine bakterielle Brutkrankheit der Honigbienen, nicht einzudämmen war – das ist nach wie vor der Fall, heißt es nun. Für die Imker bedeutet das vor allem, dass sie ihre Bienenvölker nicht ohne ein Bienenzeugnis, das bescheinigt, dass die Bienen frei von der Seuche sind, verlegen dürfen.

Dass die Seuche noch immer nicht in den Griff zu bekommen ist, liegt laut Veterinäramt daran, dass es im Stadtgebiet weiterhin nicht gemeldete Bienenhaltungen gibt, die möglicherweise unerlaubt von einem Ort zum anderen gebracht würden. "Wenn jemand Bienen hält, müssen die gemeldet werden", teilt Amtstierärztin Constanze Erl-Höning vom Weidener Veterinäramt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Das sei wichtig, um in Fällen wie Seuchen umfassend reagieren zu können. Auch wenn ein Imker sein Bienenvolk verlege, müsse das dem Veterinäramt mitgeteilt werden. Mit einem Bienenzeugnis sei das dann kein Problem.

Meist sei das Fehlverhalten aber keine Absicht der Imker, sondern eher Unwissenheit, meint die Amtstierärztin. Dennoch: Das Nichteinhalten der Vorschriften erschwere die Arbeit und die Seuchenbekämpfung der Behörde, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Weiden. "Aus diesem Grund fordert das Veterinäramt alle bisher nicht gemeldeten Imker auf, sich unverzüglich zu melden. Außerdem sind aufgestellte Bienenvölker mit einem Verweis auf den Halter zu versehen", wird zudem mitgeteilt.

Aufgegebene Bienenstände seien zu räumen oder sämtliche Bienenbehausungen und Zubehör bienendicht zu verschließen, da auch hier über Jahre die Erreger infektiös bleiben können. Wer weiterhin ohne Bienenzeugnis seine Völker verlegt, muss ab 15. Juni sogar mit Ahndungen, also einem Bußgeld, rechnen.

Das Veterinäramt bittet außerdem die Bevölkerung, Bienen nicht mit Honig zu füttern und leere Honiggläser vor der Entsorgung unbedingt zu spülen. Angehenden Imkern empfiehlt die Behörde, sich im Vorfeld umfangreich über Bienenerkrankungen und deren Bekämpfung zu informieren.

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