03.04.2020 - 18:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Altstadtrat Georg Hägler verstorben

"Unendlich müde" geht Georg Hägler, der 30 Jahre lang den Weidener Stadtrat angehört hat, ins Krankenhaus. Der 80-Jährige verstirbt zwei Wochen später im Klinikum.

Georg Hägler gehörte von 1978 bis 2008 dem Weidener Stadtrat an, war davor ab 1966 bereits Gemeinderat in Rothenstadt und Neustädter Kreisrat.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Trotz seiner 80 Jahre schien er Kraft ohne Ende zu haben. Doch am 17. März ging Georg Hägler "freiwillig" ins Klinikum, denn er fühlte sich unendlich müde. Ein heimtückischer Infekt raubte ihm die Kraft. Der langjährige ehemalige Weidener CSU-Stadtrat verstarb nach über zwei Wochen Klinikaufhalt am Donnerstagvormittag.

Er wolle weiterhin die vielen Freundschaften pflegen, hatte Georg "Schorsch" Hägler sich noch zu seinem 80. Geburtstag am 23. April 2019 vorgenommen. Dafür war ihm und seinen vielen Freunden - in der Region, aber auch in den Weidener Partnerstädten - gerade noch ein knappes Jahr gegönnt.

Schon in jungen Jahren zeigte Georg Hägler, dass er über den Tellerrand hinausblicken wollte. Er entstammt einem alten Bauerngeschlecht, dass seit fast fünf Jahrhunderten auf den Hansen-Buben-Hof in Rothenstadt sitzt. Der Großvater hatte 40 Jahre lang als Bürgermeister die Gemeinde Rothenstadt geführt. Auch den Schorsch drängte es als jungen Landwirtschaftsmeister in die Kommunalpolitik: Er gehörte 1961 zu den Gründern der Jungen Union in Rothenstadt. Ab 1966 war er bereits Gemeinde- und Kreisrat in Neustadt.

Mit der Eingemeindung Rothenstadts zog er 1978 in den Weidener Stadtrat ein, dem er bis zum Jahr 2008 angehörte. Er zählte zu den führenden, einflussreichsten Mitgliedern der CSU-Stadtratsfraktion. Sein Wort hatte Gewicht - nicht nur im Bau-, Finanz-, Grundstück- und Umlegungsausschuss - sondern auch im Plenum. Von 1978 bis 2009 führte er den CSU-Ortsverband Rothenstadt. Politisch stets an seiner Seite: Hans Hiermaier. "Wir waren unser ganzes Leben echte Freunde", sagt Hiermaier, der mit der Familie Hägler trauert.

Georg Hägler kümmerte sich um die Entwicklung der Stadt Weiden, war an den epochalen Entscheidungen der Schröpf-Ära beteiligt. Zudem baute er mit seinem Sohn Norbert in Rothenstadt nahezu einen neuen kleinen Stadtteil, wurde damit "vom Großbauern zum Großbaumeister", wie der damaligen OB zum 60. Geburtstag sagte.

Hägler gründete 1968 für die Kartoffel-Anbauer eine Brennereigenossenschaft, die er über viele Jahrzehnte bis zur Auflösung führte, und er vertrat die bayerischen Brennereien im Bundesverband.

Im Zentrum seines Lebens standen der Hof und die Familie mit Ehefrau Anni, den Kindern Georg, Norbert, Christine und Sybille sowie den sieben Enkelkindern. Die schwere Herz-Lungen-Erkrankung, die ihn 2011 zu einer hochriskanten Operation gezwungen hatte, galt als ausgeheilt. Dennoch blieb Hägler ein Risiko-Patient. "Wir alle sind wegen seines Todes geschockt. Die CSU hat einen treuen Freund verloren. Ich werde ihn als verlässlichen Ratgeber vermissen", betont CSU-Fraktionschef Markus Bäumler.

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