Weiden in der Oberpfalz
14.06.2018 - 11:36 Uhr

"Die Weidener und ihre Hunde"

Gab es Anfang des 19. Jahrhunderts bei 2500 Einwohnern 135 Hunde in Weiden, so kommen jetzt 1800 Hunde auf die etwa 43 000 Bürger. Das erfuhren die Zuhörer bei einem Vortrag von Sebastian Schott beim Heimatring.

Dr. Sebastian Schott (links) und Heimatring- Vize Norbert Uschald mit einem Hunde-Bild des Malers Vitus Fuchs aus dem Jahr 1787, das an der Kanzel der Michaelskirche zu sehen ist. hcz
Dr. Sebastian Schott (links) und Heimatring- Vize Norbert Uschald mit einem Hunde-Bild des Malers Vitus Fuchs aus dem Jahr 1787, das an der Kanzel der Michaelskirche zu sehen ist.

(hcz) Pudel, Spitze und Möpse hätten sich besonders bei den Damen großer Beliebtheit erfreut, berichtete der wissenschaftliche Mitarbeiter des Stadtarchivs unter dem Titel "Die Weidener und ihre Hunde vom 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg". Etwa zehn Prozent seien so genannte "Metzger-Hunde" gewesen - große, starke Tiere, die abgerichtet waren, das auf dem Land eingekaufte Vieh in die Stadt zu treiben.

Auch 21 Prozent Jagdhunde waren unter den in der Chronik aufgeführten Vierbeinern. Später seien, mit der Zunahme der Bevölkerung durch die Industrialisierung, Zuchtvereine entstanden. Schäferhunde kamen ab 1911 in Mode und später auch Airedale-Terrier als "Kriegshunde". "Rattler" wurden zur Bekämpfung der Rattenplage verwendet, Collies als "Sanitätshunde". In Zuge der Verschlechterung der Versorgungslage vor und im Ersten Weltkrieg nahm die Zahl der Haushunde bis 1918 rapide ab. Wegen der Angst vor der Tollwut und wegen Beiß-Vorfälle habe die Obrigkeit schon früh versucht, die Bürger zu bewegen, Hunde nicht frei laufen zu lassen und ihre Zahl zu verringern, berichtet Schott. Ihre Bestrebungen seien ins Leere gelaufen - bis zur Einführung der Hundesteuer am 2. Juni 1876. Das "Hundeabgabengesetz" schrieb damals 9Mark pro Hund vor. Schäfer, Jäger und Einödhof-Bauern mussten nur 3 Mark bezahlen. Heute, so Schott, seien 50 Euro für den ersten Hund, 60 für den zweiten und 70 für jeden weiteren fällig. Er berichtete auch von ersten tierschutzrechtlichen Bestimmungen, die allerdings meist den Menschen schützen sollten. Erst 1933 sei ein Tierschutzgesetz um der Tiere willen erlassen worden. Stellvertretender Heimatringvorsitzender Norbert Uschald und die gut 70 Delegierten und Vorsitzenden der Vereine dankten dem Referenten mit begeistertem Applaus.

Uschald wies auf Termine hin: Das Gartenfest des Dachverbands der Weidener Vereine steige am 10. Juli ab 18 Uhr in der "Almhütte". Der Oberpfälzer Kunstverein wies auf eine Ausstellung im Kunsthaus Waldsassen am 23. Juni hin. "Chorisma" lud zu "Melodien zwischen Himmel und Erde" am 27. Juni, 15 Uhr, im Maria-Seltmann-Haus. Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz liegt der "Bürgerfestgottesdienst" mit der Gospel-Gruppe "Hope&Joy" am Sonntag, 24. Juni, 9.30 Uhr, am Herzen. Lautes Summen gibt es wieder am Sonntag, 24. Juni ab 14 Uhr: Im Bienenheim in der Merklmooslohe ist Tag der offenen Tür. Ein Gartenfest feiern die "1897er" am Gemeindehauses "St. Markus" am 30. Juni ab 14.30 Uhr.

 
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