Weiden in der Oberpfalz
04.02.2022 - 10:47 Uhr

Weidener Jazz-Zirkel: Alle sind heiß auf Live-Musik

Von Cool Jazz über Bebop bis hin zu kubanischen Rhythmen: Der Jazz-Zirkel Weiden meldet sich am 11. Februar mit jeder Menge Live-Musik zurück. Die Organisatoren sind optimistisch – was an einer vor kurzem veränderten Corona-Regel liegt.

Es darf wieder gejazzt werden in Weiden: Der Jazz-Zirkel meldet sich ab 11. Februar mit jeder Menge Livejazz zurück. „Die letzten Konzerte motivierten sehr, trotz aller Widrigkeiten und Unsicherheiten ein anspruchsvolles Programm zu organisieren“, freut sich 1. Vorsitzender Reinhold Roth. Natürlich hänge auch weiterhin das Damoklesschwert der Pandemie über den geplanten Veranstaltungen. Das habe man gespürt beim Weidener Jazzherbst 2021, als Ende November der bereits mehrmals abgesagte Auftritt des Philipp Stauber Quintetts wegen Corona erneut abgesagt werden musste.

„Aber auch hier geben wir nicht auf: Am 15. Juli starten wir einen neuen Versuch mit der hochkarätig besetzten Band des Gitarristen mit Oberpfälzer Wurzeln“, so Roth. Ein attraktives Programm mit hochprofessionellen Künstlern in der Corona-Pandemie zu organisieren, sei erst einmal kein Problem. „Die Musiker sind heiß darauf, zu spielen. Die Sehnsucht nach Live-Konzerten ist nicht nur beim Publikum da, sondern auch bei den Künstlern.“ Froh ist der Vorsitzende, dass derzeit 50 Prozent der „normalen“ Auslastung bei den Konzerten zugelassen sind. Dies sind beim Jazz-Zirkel im Bistrot Paris etwa 75 Plätze für die Musikfreunde. „Bei der bis vor kurzem gültigen 25-Prozent-Auslastung hätten wir es nicht machen können“, so Roth. Dass es jetzt überhaupt funktioniert, sei Mitgliedern und Idealisten zu verdanken, die den Verein immer wieder unterstützen.

Mit Legenden auf der Bühne

Los geht es am Freitag, 11. Februar, um 20 Uhr mit dem Wallace Roney Jr. Quartett und erstklassigem Bebop. Der Namensgeber teilte sich bereits im Alter von zehn Jahren die Bühne mit vielen Legenden, darunter Chick Corea, Jimmy Heath, Lenny White, Buster Williams und Ornette Coleman, um nur einige zu nennen. Wallace Roney Jr. ist Absolvent des renommierten Oberlin Conservatory of Music und in den USA sowie international ein gefragter Trompeter. Zur Session unter der Leitung von Albert Dotzler wird am 25. Februar um 20 Uhr eingeladen. Profis und Amateure spielen Themen aus dem „Great American Songbook“ in spontan formierten Bands mit viel Freiräumen für Improvisationen und Solos. Das Instrumentarium des Jazz-Zirkels steht mit Schlagzeug, Klavier und Soundanlage bereit für spielfreudige Musiker.

Am Freitag, 4.März, gehört die Bühne um 20 Uhr dann „Roman y sus Timberos“, der neuformierten Latinband des Pianisten, Komponisten und Arrangeurs Roman Gabla. Jeder der Musiker hat bereits in anderen renommierten Latin-Formationen Erfahrungen gesammelt. Die kubanischen Sänger Y.M. Lavin und J. Rojas bringen mit dem authentischen Klang ihrer Stimmen und mitreißenden Rhythmen aus Kuba alles mit, was das Publikum so an Salsa liebt. Am Freitag, 18. März, wird um 20 Uhr „KUH Köhldorfer-Uhlir-Helesic“ erwartet. An diesem Abend präsentiert der Rekordhalter in Sachen „Auftritte beim Jazz- Zirkel“ sein aktuelles Trio: Frantisek Uhlir gehört zu den bedeutendsten Bassisten der Gegenwart und begeisterte das Publikum in den letzten 40 Jahren mit den unterschiedlichsten Besetzungen als virtuoser Tieftöner und Komponist. Die Musik von "KUH" zeichnet sich einerseits durch die Kompositionen von Köhldorfer und Uhlir und andererseits durch den besonderen Sound, der durch Köhldorfers vielseitiges Spiel auf elektrischen und akustischen Gitarren geprägt wird, aus.

Reine Frauen-Formation

Etwas Außergewöhnliches ist am Samstag, 9. April, um 20 Uhr der Auftritt der „Sisters in Jazz“. Denn Frauen im Jazz – das ist, abgesehen von Sängerinnen, immer noch nicht die Regel. Umso mehr freut sich der Jazz-Zirkel, zum ersten Mal eine rein weiblich besetzte Formation präsentieren zu können: Die fünf Instrumentalistinnen kreieren einen frischen und einzigartigen Sound, indem sie gekonnt Einflüsse des mitteleuropäischen, skandinavischen und japanischen Jazz verknüpfen und somit alle möglichen Genres und Ländergrenzen überschreiten: Elemente aus Funk, Rock und viele melodische Einflüsse aus den Heimatländern der Bandmitglieder prägen die Musik der Jazz-Sisters. Jazz-Zirkel-Ehrenvorsitzender Alfred Hertrich und sein Trio sorgen am Samstag, 30. April, um 20 Uhr für Cool Jazz-Themen, neu arrangiert und sensibel präsentiert. Mit Wilfried Lichtenberg und Hans Günter Brodmann verbindet Hertrich eine nicht nur musikalische Freundschaft, was eine wichtige Voraussetzung für homogenen Gruppensound bildet.

Die Bühne im Bistrot Paris gehört am Freitag, 20. Mai, um 20 Uhr Alberto Menendez und dem Michael Arlt Quartett. Die Kompositionen der Bandleader für dieses swingende und international besetzte Ensemble sind mal zupackend, mal luftig, dabei prägen auch mal kubanische und brasilianische Rhythmen den mitreißenden Sound des Quartetts. Am Freitag, 17. Juni, werden um 20 Uhr "NICE BRAZIL" feat. Olivier Ker Ourio erwartet. Die Interpretin und Komponistin N. Brazil – geboren und aufgewachsen in Brasilien und heute in Deutschland lebend – versteht es, eingängige Songs des Bossa Nova, Jazz- und Latinstandards, aber auch Samba und Musica Popular Brasiliera leidenschaftlich und virtuos zu präsentieren. Besonderes Highlight im Ensemble ist Mundharmonikaspieler Olivier Ker Ourio, der derzeit zu den besten Harpspielern zählt.

Den Konzertreigen vor der Sommerpause beschließt am Freitag, 15. Juli, ab 20 Uhr das Philipp Stauber Quintett. Die fünf Musiker aus der Münchener Jazz-Szene begeisterten vor sechs Jahren mit unübertrefflicher Virtuosität und Spielfreude in bester Jazztradition das zahlreich erschienene Publikum. Der gebürtige Vilsecker Philipp Stauber, der noch bei Joe Pass und Howard Roberts persönlich Unterricht hatte, gehört schon lange zu den wichtigsten Jazzgitarristen in deutschen Landen.

Info:

Hintergrund

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.