An einer wichtigen Konstante halten die Verantwortlichen des Jazz-Zirkels fest. „Trotz wirtschaftlichen Risiken und nicht selten größeren logistischen und organisatorischen Schwierigkeiten arbeiten wir oft monatelang an der Realisierung unserer Konzerte. Denn nach unserem Credo ist gerade Jazz ‚live‘ ein Quell von Wohlbefinden und Liveatmosphäre“, betont der Erste Vorsitzende Reinhard Roth.
Auch in Zeiten von Spotify und Youtube würden die Grenzen der multimedialen Welt auf der Hand liegen. „Emotionen und spontane Atmosphäre lassen sich nie im Internet herunterladen“, so Roth. Gerade bei einem Jazzkonzert sei die Interaktion zwischen Bühne und Auditorium immer spürbar und einmalig. „Und so sind gerade durch diese besonderen Momente bei Livekonzerten viele zu echten Jazzfans geworden“, betont er. Für den kommenden Herbst habe man wieder ein Programm mit ganz unterschiedlichen Besetzungen und Stilrichtungen zusammengestellt, das einen aktuellen Einblick in die große Vielfalt der Jazzmusik gebe.
Los geht es am kommenden Freitag schon traditionsgemäß mit einer Session unter Leitung von Albert Dotzler: Diese jazzspezifische Musizierform schlechthin vereint Profis und Amateure gleichermaßen und präsentiert Themen meist aus dem „ Great American Songbook“ in spontan formierten Bands mit viel Freiräumen für Improvisationen und Solos. Das Jazz-Zirkel-Instrumentarium steht mit Schlagzeug, Flügel und Soundanlage bereit und wartet auf spielfreudige Musiker.
Hommage an Louis Armstrong
Am 1. Oktober 2022 wird das Stephan-Holstein-Quartett feat. Howard Alden erwartet mit dem Programm „The Music of Louis Armstrong“. Armstrong gilt bis heute als nie versiegende Inspirationsquelle für Jazzmusiker. Dessen Konzept wollte der viel zu früh verstorbene Regensburger Gitarrist Helmut Nieberle auf die Bühne bringen. Auf den ausdrücklichen Wunsch Nieberles sollte sein Werk nach seinem Tod mit langjährigen Freunden und musikalischen Wegbegleitern und dem Weltklassegitarristen Howard Alden präsentiert werden.
Am 15. Oktober gehört die Bühne „Dameronia’s Legacy Allstars “. Tadd Dameron war ein maßgeblicher Arrangeur und Komponist der späten Swing- und Bebop-Ära. Er arbeitete für Count Basie, Dizzy Gillespie und Artie Shaw. Außerdem leitete er Ensembles mit keinen Geringeren als John Coltrane, Fats Navarro und Philly Joe Jones. Der in Weiden bestens bekannte österreichische Schlagzeuger Bernd Reiter hat jetzt als Hommage an Dameron ein internationales Spitzenoktett – unter anderem fünf Bläser - zusammengestellt, mit Musikern aus New York und Europa. Sie lassen diese für den Jazz so wichtige Zeit in den 40er und 50er Jahren – der Jazz wandelte sich von der Unterhaltungsmusik zur Kunstform – auf faszinierende Weise wieder aufleben.
Gypsy-Jazz und Swing
Weiter geht es am 29.Oktober 2022 mit Sandro Roy & Unity Band, die Gypsy Jazz und Swing servieren werden. Neben mitreißenden Eigenkompositionen erwarten die Zuhörer auch frische Arrangements von Django Reinhardt, Ennio Morricone, Pat Metheny und mehr.
Am 19. November 2022 gastieren Rick Margitza & Jermaine-Landsberger-Trio: Der aus Detroit stammende Tenorsaxophonist Margitza ist beeinflusst von John Coltrane, Michael Brecker und Wayne Shorter, hat aber längst seinen eigenen Stil und Sound gefunden. Margitzas Vorfahren waren Roma aus der Slowakei und spielten ungarische Gypsy-Musik – umso passender ist die Zusammenarbeit mit dem Sinti-Pianisten Jermaine Landsberger.
Den Schlussakkord im Jazzherbst setzt am 2. Dezember das Emil Viklicky Grand Moravia Trio. Pianist Emil Viklicky gehört mittlerweile zum Urgestein der tschechischen Jazzszene. In seinen Kompositionen verarbeitet er gerne Einflüsse aus seinem Heimatland Mähren zu einer einzigartigen Synthese aus Moravian Folk Song und modernem Jazz.
Hintergrund
- Alle Konzerte finden im Bistrot Paris (Sebastianstraße 2) statt
- Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr
- Tickets unter www.nt-ticket.de
- Weitere Informationen unter www.jazz-zirkel-weiden.de














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