15.07.2019 - 11:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Literaturtage künftig wieder jährlich?

65 Veranstaltungen mit 5882 Teilnehmern waren es 2019 - und die Weidener Literaturtage finden Nachahmer. Angesichts des Erfolgs kommt im Kulturbeirat die Frage auf, ob die Veranstaltungsreihe künftig wieder jährlich stattfinden soll.

Rezitator Reinhold Joppich und Gitarrist sowie Sänger Mario Di Leo präsentierten zur Eröffnung der Weidener Literaturtage 2019 die schönsten italienischen Liebesgeschichten und Canzoni d'Amor.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Um es vorweg zu nehmen: Der Beirat hat die Frage nicht abschließend diskutiert. Aufgeworfen hatte sie Bürgermeister Lothar Höher. Er empfahl aber zugleich, der neue Stadtrat nach den Kommunalwahlen 2020 sollte sich mit dieser Frage befassen. Eine Empfehlung, der das Gremium schließlich folgte.

Zuvor hatte Regionalbibliotheks-Chefin Sabine Guhl die Veranstaltung noch einmal in Zahlen aufgedröselt. Dabei zeigte sich, dass die Stadt für diese Großveranstaltung absolut nicht tief in die Tasche greifen muss. Rund 5500 Euro Gesamtsachkosten blieben 2019 am Stadtsäckel hängen. "Das ist nicht mal ein Euro pro Teilnehmer", rechnete Guhl vor.

2040 Besucher kamen zu den 10 Abendveranstaltungen für Erwachsene. Durch die 24 Autorenlesungen in Weidener Schulen und zwei Theateraufführungen für Grundschüler wurden 3222 Buben und Mädchen erreicht. Auch eine Lehrerfortbildung stand auf dem Programm.

"Die Leseförderung liegt uns natürlich stark am Herzen", erklärte Guhl namens der Macher. Die Leseraupe Regibert habe viele kleine Fans. "Inzwischen erhalten wir schon Anfragen von Schwandorfer und Tirschenreuther Schulen, die mitmachen möchten." Allein aus dem Schulamtsbereich Weiden-Neustadt waren in diesem Jahr 30 Schulen beteiligt. Statt der angestrebten 6000 haben die Schüler insgesamt 15 000 Bücher gelesen. Ein Riesenerfolg.

Bei den Erwachsenen Literaturtage-Fans sei der Poetry-Slam stets ein besonderes Zugpferd. Aber auch die Autorenlesungen locken nicht nur Zuhörer aus der nördlichen Oberpfalz an. "Einige kommen aus Franken, München, und wir haben treue Fans in Klingenthal in Sachsen." Schüler und Studenten bildeten 30 Prozent des Publikums.

Nach den Vorgaben der Stadt dürfte das Defizit bei den Literaturtagen maximal 20 000 Euro betragen, sagte Guhl. "Aber nichts ist erniedrigender als um Geld zu betteln. Deshalb halten wir den Rahmen strikt ein." Mit Gesamtausgaben in Höhe von 49 500 Euro und rund 44 000 Euro Gesamteinnahmen, blieben letztlich rund 5500 Euro Sachkosten an der Stadt hängen. Deutlich weniger also als zugebilligt wäre.

"Besonders stolz sind wir darauf, dass Staatsminister Bernd Sibler in Straubing gerne Literaturtage nach dem Weidener Modell installieren möchte", verwies Guhl auf Nachahmer. Angesichts des Erfolgs könnte sie sich vorstellen, die Veranstaltung künftig wieder jährlich durchzuführen, auch wenn dadurch viele Überstunden anfallen würden. Zur Erinnerung: Aus Kostengründen hatte der Stadtrat beschlossen, die Veranstaltung nur noch alle zwei Jahre abzuhalten. Der Kulturbeirat wünscht sich nun, dass der neue Stadtrat im Jahr 2020 diese Entscheidung neu überdenkt.

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