31.05.2020 - 13:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Organisationen demonstrieren gegen "untragbare Zustände" in Fleischindustrie

Eine Kundgebung gegen Massentierhaltung und Ausbeutung osteuropäischer Arbeiter in Schlachtbetrieben haben mehrere Weidener Organisationen am Samstag organisiert. Sie distanzieren sich von kruden Verschwörungstheorien.

Mehrere Gruppierungen und Organisationen demonstrieren am Samstag gegen Massentierhaltung und krude Verschwörungstheorien.
von Helmut KunzProfil

Bund Naturschutz, Die Linke, Greenpeace, Naturfreunde-Jugend, Fridays for Future und Proveg demonstrierten am Samstagnachmittag in der Kurt-Schumacher-Allee gegen die „untragbaren Zustände in der deutschen, europäischen und internationalen Fleischindustrie“, auch in Zusammenhang mit den Ereignissen in der Coronakrise, wie Organisatorin Karin Fichtner unterstrich. „Es gab einen Ausbruch von Infektionen mit dem Virus in einem Schlachtbetrieb in Bad Coesfeld."

"Katastrophale Arbeitsbedingungen"

Ihr Vorwurf zielte auf die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen der osteuropäischen Arbeiter durch 12-Stunden-Schichten, beengte Sammelunterkünfte und ausbeuterische Werkverträge mit Sub-Sub-Unternehmern. „Dass sich Fleischkonsum negativ auf die Klimabilanz unserer Gesellschaft auswirkt, ist ebenfalls schon lange bekannt.“ Ali Zant warf für die Linke in den Ring, sich für steigende Fleischpreise einzusetzen. „Wir sind gegen Massentierhaltung.“

Fleischlos "ist gesünder"

Studien hätten bewiesen, dass Menschen mit fleischloser Ernährung wesentlich gesünder lebten, als Fleischesser, fuhr Fichtner fort. Das liege daran, dass Vegetarier weniger ungesunde, gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen würden. Leider schütze eine rein pflanzliche Ernährung aber nicht vor kruden Verschwörungstheorien. Als Beispiel nannte sie den Wandel des bekannten veganen Kochs Attila Hildmann. Der spreche in sozialen Netzwerken vom „Hochverrat am deutschen Volk“ und davon, dass alle Akteure in der Corona-Krise gelogen und Statistiken gefälscht hätten. „Von solchen Aussagen distanzieren wir uns deutlich.“

Ein Bündnis aus Aktivisten aus dem sozialen und umweltschützerischen Lager in und um Weiden fordere die Abkehr von der fleischbasierten Ernährungsweise und eine politische wie gesellschaftliche Hinwendung zum ethischen Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt. Proveg sei eine Organisation, die sich für eine rein pflanzlich bezogene Ernährungsweise einsetze, sagte die Weidener Sprecherin Gloria Bauer.

Die Haltung von Vegetariern gehe ihr nicht weit genug. Wer Eier verspeise und Milch trinke, schade Hühnern und Kühen. „Proveg will Menschen sensibilisieren, dass es auch anders geht.“ Man setze hier nicht auf Schockbilder, sondern appelliere an die Vernunft, Gutes für Tiere zu tun.

"Wir sind gegen Massentierhaltung."

Ali Daniel Zant, Die Linke

Ali Daniel Zant, Die Linke

Lesen Sie hierzu auch den Bericht über den Corona-Ausbruch bei Schlachthof-Mitarbeitern in Bogen

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