29.06.2021 - 10:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Schüler: "Völlig egal, wie getestet wird"

Der Abstrich für den Corona-Test sei den Schülern nicht zuzumuten. Das meint zumindest eine Reihe von Stadträten. Was sagen die Betroffenen selbst?

Julia Pfleger ist Schülersprecherin am Elly-Heuss-Gymnasium. Mit dem Coronatest per Abstrich hat sie kein Problem.
von Helmut KunzProfil

Einige Weidener Stadträte forderten jüngst „humanere“ Coronatests für Schüler: Lolli- oder Gurgel-Pool-Tests. Aber wollen die Schüler überhaupt Wattestäbchen gegen Lollis tauschen? Julia Pfleger zumindest bisher nicht. Der Grund: „Ich habe von diesen Lollis noch gar nichts mitbekommen." Wie die Schülersprecherin am Elly-Heuss-Gymnasium bemerkt, sei es ihr völlig egal, ob sie mit einem Stäbchen ein paar Sekunden lang die Nasenwände berühren müsse „und hinterher vielleicht mal niesen oder weinen muss“. Ein Wechsel der Testmethode komme auf die Umstände an. „Wenn das mit dem Lollis schneller geht, warum nicht? Dann würde ich das schon auch befürworten. Aber ansonsten erkenne ich keinen großen Unterschied."

Von einigen Mitschülerinnen weiß die 16-Jährige, dass sie Probleme mit Nasentests hätten. „Manche bekommen Nasenbluten. Für die wäre die Lolli-Variante vielleicht die bessere Lösung.“ Der Unterricht selbst laufe inzwischen wieder relativ normal – "wie vorher". „Es werden nur keine Schulaufgaben mehr geschrieben bei uns."

So funktioniert der Test

Wie gehen jeden Montag und Donnerstag die Tests vonstatten? Julia Pfleger: „Wir sitzen schon im Klassenzimmer, dann kommt die Lehrkraft mit einem Karton abgepackter Stäbchen und einigen Extraverpackungen.“ Die Schülerinnen nähmen den Abstrich von sich selbst. Längst sei das Routine. Die Prozedur dauere fünf Minuten. „Wir fangen auch meist schon vor 8 Uhr damit an.“ Kein großer Aufwand, „allerdings: Freude ist etwas anderes.“

Für sie und ihre Mitschülerinnen seien diese Tests inzwischen völlig normal. „Dass wir jetzt sagen würden: Da haben wir gar keine Lust drauf, so ist das nicht. Es ist okay für uns.“ Zweimal 15 Sekunden die Nasenwände abstreifen, dann das Ergebnis eine Minute lang in eine Flüssigkeit tauchen, und fertig sei der Coronatest. „Ich wüsste nicht, dass schon jemand positiv war. In meiner Klasse definitiv nicht.“ Ganz neu: „Wir haben jetzt einen Ausweis, auf dem die Lehrkraft einträgt, ob man negativ war. Dann kann man bei höheren Inzidenzwerten damit auch mal shoppen gehen.“

Zweifel an Aussagekraft

Auch Weidener Berufsschülern das Wie eines Tests egal. Die einen haben sich mit den Nasentests längst angefreundet, finden sie auch angebracht, andere halten Coronatests an Schulen ohnehin für wenig aussagekräftig. Einem PCR-Test würden sie kaum standhalten, sagt einer.

„In der Firma haben wir Spucktests“, berichtet Pascal Pregler. „Da darf man eine Stunde vorher nichts essen und nichts trinken. Oft wird das vergessen, und dann kommen vielleicht verfälschte Ergebnisse raus.“ Der 18-jährige besucht die 12. Klasse der Berufsschule. „Spucktests halte ich also für falsch. Deshalb bin ich an den Schulen für Nasentests. Die können weiterhin bleiben. Das ist doch nichts Schlimmes. Zweimal in der Woche vielleicht. Mir passt das so.“

„Nasentests sind irgendwie sinnlos“, meint Michael Möckel. „Im Endeffekt ist es doch so, dass solche Tests nie hundertprozentig richtige Ergebnisse anzeigen." Ob Lolli oder Nase: "Die Sinnlosigkeit bleibt für mich die gleiche.“ „So richtig ausgemacht hat mir der Nasentest bisher nichts“, sagt Jonas Schraml. Der 20-jährige besucht die 11. Klasse der Berufsschule. „In der Coronazeit ist das eben so. Auch ich halte die Tests für eher sinnlos. Was man so hört, sind die nicht genau." Ob Lolli- oder Nasentest – das ist auch ihm "völlig gleich". Mit dem Lolli habe er es noch nie versucht. "Aber ich hätte kein Problem damit."

Das Thema im Weidener Stadtrat

Weiden in der Oberpfalz

Es ist okay für uns

Julia Pfleger, Schülersprecherin des Elly-Heuss-Gymnasiums

 

 

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