Weiden in der Oberpfalz
14.07.2025 - 15:53 Uhr
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Weidener Störche: Erneut Umzug aufs Alte Rathaus gewünscht

Die Weidener Störche sind eigenwillig: Trotz Bemühungen der Stadt ziehen die Tiere den Nistplatz auf dem alten Schulhaus dem Horst auf dem alten Rathaus vor. Nun hat sich die Lokalpolitik mit einer möglichen Umsiedelung beschäftigt.

Zwei von drei Jungtieren hat das Storchenpaar in diesem Jahr auf dem Dach des alten Schulhauses durchgebracht. Die Weidener werden die Tiere wohl weiterhin hauptsächlich über die Webcam der Stadt beobachten, denn vom Boden aus sind die Tiere im Horst nur bedingt zu sehen. Bild: Storchen-Webcam Stadt Weiden, 12. Mai 2025
Zwei von drei Jungtieren hat das Storchenpaar in diesem Jahr auf dem Dach des alten Schulhauses durchgebracht. Die Weidener werden die Tiere wohl weiterhin hauptsächlich über die Webcam der Stadt beobachten, denn vom Boden aus sind die Tiere im Horst nur bedingt zu sehen.

Der Storch gehört zu Weiden wie die schöne Altstadt. Viele Weidener würden dieser Aussage sicher zustimmen. Welcher Ort für ein Storchennest in Weiden wäre also schöner als das Dach des alten Rathauses, mitten in der Altstadt, wo jeder die prächtigen Vögel bestaunen kann? Seit der Sanierung des Dachs im Jahr 2017 befindet sich der Horst jedoch auf dem alten Schulhaus. Dort ist er vom Boden aus kaum mehr sichtbar. Im Mai hatte ein Leser von Oberpfalz-Medien auch deshalb die Verlegung des Horstes gefordert. Auch die Bürgerliste Weiden regte an, dieses Thema im Hauptverwaltungs-, Umwelt- und Energiewendeausschuss zu behandeln. Seit der Sitzung am vergangenen Donnerstag steht fest: Die Weidener Störche sollen bleiben, wo sie sind.

Erfolglose Versuche der Umsiedelung

Die Bürgerliste betont in ihrem Antrag, die Weidener Altstadt sei seit jeher für den Dreiklang aus altem Rathaus, Glockenspiel und Storchenpaar bekannt. Die Weißstörche hätten schon seit mindestens 1576 auf dem alten Rathaus genistet. Mit der Umsiedelung sei diese Attraktion verloren gegangen. Deshalb solle man den Horst auf dem alten Schulhaus nach der Brutzeit abdecken und das Nest auf dem alten Rathaus wieder herrichten. Das sollte das Storchenpaar im nächsten Jahr zur Rückkehr zu alten Gewohnheiten bewegen.

„Es ist nicht so, als hätten wir nicht versucht, den Storch wieder aufs alte Rathaus zu locken“, sagte Rechtdezernentin Nicole Hammerl in der Sitzung. „Aber er hat seine Entscheidung getroffen.“ In den zwei Jahren nach der Dachsanierung habe die Stadt das Dach weiß gekalkt und den Nistkorb mit Material bestückt sowie mit Moos gepolstert. Eine Mitarbeiterin der Stadtgärtnerei sei mit einer Drehleiter der Feuerwehr auf das Dach gebracht worden, um diese Arbeiten in 20 Metern Höhe zu erledigen. Der Obere Markt wurde dafür gesperrt. Doch die Störche blieben auf dem alten Schulhaus und transportierten sogar Nistmaterial vom alten Rathaus dorthin.

Störche könnten sich ganz abwenden

„Wir können froh sein, dass die Störche einen Horst in der Altstadt angenommen haben“, so Hammerl weiter. Würde man den genutzten Horst abdecken – was ohnehin erst bei der höheren Naturschutzbehörde beantragt werden müsste – bestünde die Gefahr, dass sich die Störche von der Altstadt abwenden könnten. Und die Regierung hatte die Verlegung des Horstes 2017 nur mit der Auflage genehmigt, dass die Nisthilfe dauerhaft auf dem alten Schulhaus bleibt. Den Antrag der Bürgerliste lehnten die Ausschussmitglieder aus all diesen Gründen einstimmig ab – mit Zustimmung der Fraktion.

Heinrich Vierling (CSU) und Rainer Sindersberger (Freie Wähler) wollten die Hoffnung jedoch nicht ganz aufgeben und appellierten an Naturschutzvereine und Sponsoren, sich für eine Reaktivierung des alten Horstes einzusetzen. Vielleicht würde sich ja dann ein zweites Paar in der Altstadt ansiedeln, hieß es.

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