03.05.2021 - 19:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Straßen- und Brückenbauer Hermann Weigl feiert 80. Geburtstag

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Die geliebten Ski hat er zwar in die Ecke gestellt. Aber Tennisspielen ist - sobald es erlaubt ist - wieder angesagt. Auch der Wohnwagen ist reisefertig. Hermann Weigl steht mitten im Leben - und feiert am Donnerstag seinen 80. Geburtstag.

Als eloquenter, diplomatischer Netzwerker leitete Hermann Weigl über 15 Jahre das Straßenbauamt Weiden. In zahlreiche Projekte konnte er mehr als eine halbe Milliarde investieren. Am 5. Mai feiert er seinen 80. Geburtstag.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Der gebürtige Franke ist mit seiner Frau Sigrid längst Oberpfälzer und in Irchenrieth heimisch geworden. Hier schlägt sein Herz. Als Leiter des damaligen Straßenbauamtes Weiden kennt er die Verkehrsadern in der Nordoberpfalz wie kaum ein Zweiter. Viele davon hat er selbst mit seiner gut 200 Mitarbeiter starken Behörde geschaffen, jede Menge Bypässe als Ortsumgehungen um Städte und Gemeinde gelegt, um den drohenden Verkehrsinfarkt zu verhindern.

Ab 1988 Amtschef in Weiden, stand er mit seiner Mannschaft vor der besonderen Herausforderung, das Straßennetz auf die immer stärkere Verkehrsbelastung durch die deutsche Wiedervereinigung und die Grenzöffnung zu Tschechien anpassen zu müssen.

Goldene Zeiten

Innenminister Gustl Lang findet den neuen Weidener Amtschef in Würzburg. Es ist auch diese Unterstützung aus München, die es Weigl ermöglicht, nicht nur verwalten, sondern auch gestalten zu können: Lang sorgt für den nötigen Mittelzufluss. Und Weigel kann die Tradition fortführen, dass das Weidener Straßenbauamt Weiden die Gelder abruft, die andernorts aufgrund des Widerstands der Bürger und Verbände gegen geplante Vorhaben, nicht verbaut werden können.

Früher als manch anderer Behördenchef erkennt Weigl, dass sich Großprojekte im Straßenbau nicht gegen Bürger und Umweltverbände durchsetzen lassen. Er versucht stets das Miteinander, den Kompromiss, versteht sich als "Brückenbauer". Schon in der Vorplanung beziehen seine Mitarbeiter - über alle Parteigrenzen hinweg - Gemeinde- und Stadträte ein. Er selbst stellt die Projekte in vielen abendlichen Sitzungen den Bürgern vor. "Jede Straße, jede Brücke ist ein Unikat und stellt uns vor neue Aufgaben. Schließlich sind die unterschiedlichsten Interessen vom Naturschutz bis zu denen der Grundstückseigentümer unter einen Hut zu bringen", erklärt der Leitende Baudirektor, als er im Mai 2004 in den Ruhestand geht.

Diplomatischer Straßenbauer

"Ich habe nur angenehme Erinnerungen", schwärmt Weigl noch heute vom tollen Team am Straßenbauamt Weiden: Zwei seiner Mitarbeiter, Hermann Gläser und Henner Wasmuth, leiten schließlich das mit der Verwaltungsreform entstandene große Staatliche Hochbauamt Amberg-Sulzbach.

Weigl selbst ist "gelernter Brückenbauer". Nach dem Abitur in seine Geburtsstadt Weißenburg (Mittelfranken) studiert er an der TU in München. Er tritt in den Staatsdienst, wirkt in München und Augsburg, dann folgen 14 Jahre am Straßenbauamts Schweinfurt (zuletzt stellvertretender Amtsleiter) und fünf Jahre an der Regierung in Würzburg. In eineinhalb Jahrzehnten als Amtsleiter verbessert er die verkehrliche Infrastruktur in der Nordoberpfalz.

Knoten gelöst

Nur wenige Wochen nach seinem Einzug in Weiden löst er mit seinen Planern den Unfallschwerpunkt Schillerkreuzung - mit einen Kniff. Der bisher vorgesehene Damm, auf dem die Ostmarkstraße über die Friedrich-Ebert- und Vohenstraußer Straße geführt werden soll, liefen Bürger und Umweltverbände Sturm, weil die Frischluftzufuhr zur Innenstadt abriegelt würde. Weigel legt alles eine halbe Etage tiefer und löst damit den Knoten. Später wird auch die Straße Am Langen Steg angebunden.

Unzählige Straßen- und Brückenbauten folgen. Den Schlusspunkt setzt er mit der Ortsumgehung Neustadt/WN mit dem Autobahnanschluss über den Mühlbergtunnel.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Entwicklung der Fachhochschule in Weiden, für die er über Jahre den Förderverein führt.

Hintergrund:

Neue Ortsumgehungen

  • Mit 13 Kilometern ist die unter der Amtsleitung von Hermann Weigl geplante und gebaute Ortsumgehung Kaltenbrunn besonders lang
  • Weitere Ortsumgehungen als Beispiele: Neustadt/WN (mit Autobahnanschluss über den Mühlbergtunnel), Mitterteich, Waldsassen, Vohenstrauß und Mähring.
  • In Weiden entstehen die neue, nun höhenfreie Schiller-Kreuzung sowie die Nordtangente mit viertem Autobahn-Anschluss
  • Nahezu alle Grenzübergänge werden ausgebaut und verkehrlich neu angeschlossen
Böhmischbruck bei Vohenstrauß

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