Außer 770 Tieren, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, gibt es auf dem Weidener Tierfriedhof noch 100 Goldfische, zahllose Singvögel und eine freche Krähe. Das parkähnliche, 4000 Quadratmeter große Grundstück muss regelmäßig gepflegt, gesäubert und instand gesetzt werden.
Darum kümmern sich einige – wenige – Mitglieder des 230 Mitglieder zählenden Tierfriedhof-Fördervereins zusammen mit dem Gründer und Vorsitzenden Josef Gebhardt. Bei einem Samstagseinsatz etwa galt es, neben den üblichen Pflegearbeiten einige Bäume zu fällen, die auf das Nachbargrundstück zu fallen drohten.
Regelmäßig als Helferin aktiv
Eine der „frischesten“ Helferinnen ist Sophie Hömig. Die 23-Jährige, die an der OTH „Physician Assistance“ studiert, ist erst seit kurzem Mitglied bei den Tierfriedhof- Förderern. Als 2020 ihr Hund „Rocky“ starb, wusste sie nicht, wohin mit dem toten Tier. Da wurde sie auf den Tierfriedhof im Westen Weidens aufmerksam. Kurz darauf starb „Angie“, der Hund ihrer Tante. „Josef Gebhardt und auch alle anderen waren super nett und hilfsbereit“, berichtet die Weidenerin.
Samstags hat sie oft Zeit, sagt Hömig, und deshalb ist sie nun regelmäßig auf dem Tierfriedhof zum Arbeiten im Einsatz. Das Gelände sei toll, die anderen Helfer nett, so die junge Frau, die dankbar ist, dass ihre Hunde hier ihre Gräber haben. Es würde ihr schwer fallen, ein Tier, das eingeschläfert werden musste, beim Tierarzt zu lassen, der es dann „entsorgt“. Ebenso könnten die anderen Tierfreunde keinen toten Hamster oder Vogel in die Mülltonne werfen.
Seit der Gründung des Tierfriedhofes vor zwölf Jahren hat er jeden Samstag dort verbracht, erzählt Vorsitzender Gebhardt. Aus seiner Erfahrung als früherer Leiter der Diakonie weiß er, wie schwer das Erlebnis des Todes vor allem für Kinder zu verarbeiten ist.
Gebhardt war bei den meisten Beisetzungen auf dem Tierfriedhof dabei, organisierte Ablauf und Zubehör. Außerdem erledigt er die Formalitäten und kümmert sich um Unterhalt und Ordnung.
Mit Letzterem schaue es jedoch "übel" aus, klagt der ehemalige Stadtrat. Viele Grabbesitzer scherten sich nicht um Vorschriften. Auf der Blumenwiese – ursprünglich für anonyme Gräber gedacht und deshalb entsprechend billiger als ein Einzelgrab – entstünden reichlich geschmückte und eingefasste Grabstätten.
Auch die regulären Gräber würden manchmal entgegen der Satzung reichlich verunstaltet: mit Plastik-Einfassungen, Massen von Engelchen, allerlei Schmuck und Tand. Obwohl Gebhardt und seine Getreuen die Leute freundlich darauf hinweisen, was laut Tierfriedhof-Satzung nicht erlaubt ist und unterbleiben sollte, seien viele uneinsichtig. Deshalb griffen die Helfer durch: Vor einigen Monaten wurden die schlimmsten „Sünden“ beseitigt, weiße Kiesbedeckungen entfernt.
Leguan und Zwergziegenböcke
An besondere Tierbestattungen erinnert sich Klaus Meier, der seit zwei Jahren den Aushub der Gräber, das Protokoll und die eigentliche Beisetzung übernimmt. Hunde, Katzen, einen Wellensittich, einen Leguan, Hasen, Meerschweinchen, Hamster und sogar zwei Zwergziegenböcke hat er bereits beerdigt. „Einmal waren 15 Personen bei der Beisetzung zweier kleiner Hunde dabei“, berichtet er. In einem Grab auf dem Tierfriedhof lägen schon sieben Hunde eines einzigen Besitzers begraben.
Finanzielles Ziel sei es, erklärt Vorsitzender Josef Gebhardt, eines Tages das Gelände der Stadt abzukaufen. Aber auch für den laufenden Unterhalt wird stets Geld benötigt. Dieses kommt über die Mitgliedsbeiträge –Erwachsene 18, Familien 24 Euro pro Jahr – und die Gebühren herein. Eine Erhöhung der seit 2014 unveränderten Grabgebühren soll in der Jahreshauptversammlung am 14. September beschlossen werden.
Förderverein Tierfriedhof
- Bestehen: seit Juni 2010
- Mitgliederzahl: 230
- Zielsetzung: würdige Beisetzung verstorbener tierischer Kameraden
- Grabgebühren (voraussichtlich ab September), abhängig von Größe und Laufzeit (zwei bis sieben Jahre):
Auf der Blumenwiese: 50 bis 250 Euro
Einzelgräber: 60 bis 300 Euro
























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