27.11.2020 - 10:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidens neuer Wirtschaftsförderer: "Weiden braucht dieses Gewerbegebiet"

Die Stadt Weiden präsentiert nun mit Fabian Liedl den neuen Wirtschaftsförderer. Der positioniert sich gleich zu Beginn klar – vor allem in Bezug auf West IV.

Fabian Liedl ist der neue Wirtschaftsförderer der Stadt.
von Helmut KunzProfil

„Weiden-West IV ist von höchster Relevanz, weil es schon seit zehn Jahren in der Diskussion steht. Und für die Weidener Seele ist es ganz wichtig, dass dieses Thema einmal zu einem Ende kommt und zwar zu einem guten Ende“, betonte der neue Wirtschaftsförderer der Stadt Weiden, Fabian Liedl. Der 32-jährige folgt ab 1. Dezember nach halbjähriger Vakanz seinem Vorgänger Nicolas Lahovnik im Amt. Lahovnik wurde im März zum Bürgermeister von Wunsiedel gewählt.

Mit Liedl, der in Kaltenbrunn wohnt, entschied sich die Stadt Weiden für eine Persönlichkeit, die wichtige Spezialkenntnisse für den Bereich Wirtschaftsförderung mitbringt. So praktizierte der gebürtige Weidener, der am Kepler-Gymnasium sein Abitur machte, hier in den Jahren 2013 und 2014 bereits in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, wo er sich mit der Clusteranalyse des Wirtschaftsstandorts Weiden und mit der Benchmarkanalyse bayerischer Wirtschaftsförderungen beschäftigte.

Das geplante Industriegebiet sei aus ökonomischer Perspektive für die Stadt bedeutsam. „Die Kommunen stehen in Konkurrenz zueinander und der Flächenbedarf in Weiden ist extrem knapp. Wir haben nichts mehr. Blicken wir in die Zukunft, dann braucht Weiden dieses Gewerbegebiet.“ Dem pflichtete Stadtkämmerin Cornelia Taubmann bei. „Die Bürger geben dem neuen Wirtschaftsförderer hoffentlich am 14. Februar eine wichtige Aufgabe, wenn er für die wirtschaftliche Entwicklung und Besiedelung des Gewerbegebiets zuständig sein wird.“ Sie hoffe diesmal auf einen längeren Verbleib ihres neuen Kollegen.

Dessen Amtsleiter Stefan Rögner sieht in der Neubesetzung eine Entlastung seiner Abteilung, welche die Wirtschaftsförderung trotz Unterbesetzung gut durch den Sommer gebracht habe. Oberbürgermeister Jens Meyer unterstrich seine Freude darüber, dass die Neubesetzung des Wirtschaftsförderers trotz Corona und langwieriger Ausschreibung noch vor dem Jahreswechsel vollzogen werden könne. „Wir beide werden gemeinsam viel unterwegs sein."

„Für mich persönlich ist es erst einmal wichtig, die Leute kennenzulernen. Als Wirtschaftsförderer lebt man auch vom Netzwerk. Ich bin zwar am Laufenden, weiß was hier passiert. Aber wenn man aktiv einsteigt, ist das nochmal ein andere Nummer." Zum Thema Leerstände in der Innenstadt, glaubt Liedl, dass sich die Situation coronabedingt noch verschärfen werde. „Leerstände, das ist ein sehr komplexes Thema, das viele Kommunen berührt."

Zunächst müsse man beobachten, wie sich die Innenstadt branchentypisch entwickle. „Was wollen wir hier eigentlich haben, was ist wichtig für uns?“ Momentan sei eine solche Einschätzung eben wegen Corona sehr schwierig. „Hier muss man auf die Leute zugehen. Es braucht langfristige Konzepte.“

Vorgänger Nicolas Lahovnik verließ Weiden nach Wunsiedel - als Bürgermeister

Weiden in der Oberpfalz
Das Rathaus präsentiert den neuen Wirtschaftsförderer der Stadt Weiden (von links) Fabian Liedl, Stefan Rögner, Oberbürgermeister Jens Meyer und Cornelia Taubmann.
Zur Person:

Fabian Liedl

  • 32 Jahre alt, gebürtiger Weidener, wohnt in Kaltenbrunn
  • Studierter Lehrer (1. Staatsexamen) mit Masterabschluss der Universität Bayreuth in Humangeographie, Stadt- und Regionalforschung
  • Promoviert gegenwärtig an der Universität Bayreuth in Politischer Geographie mit Schwerpunkt Governance von Migration und Integration am Beispiel Weiden
  • Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch und Tschechisch
  • Zusatzqualifikationen des Instituts für City- und Regionalmanagement

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Kommentare

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Carolin Schiml

"Die Kommunen stehen in Konkurrenz zueinander" - das impliziert ja, dass in den Umliegenden Gemeinden sehr wohl ausreichend Flächen zur Verfügung stehen. Warum keine Kooperation statt der Konkurrenz? Anderswo funktioniert das ja auch...

30.11.2020