25.03.2020 - 16:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidens Vorteile in der Coronakrise

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Ist Weiden während der Coronakrise sicherer als Issy-les-Moulineaux? Barbara Schmucker und Mathilde Barbotin,die jeweils ein Jahr in der Heimat der anderen verbringen wollten, harren der Dinge in Weiden.

Barbara Schmucker aus Letzau (links) mit einer Arbeitskollegin in Issy. Für die Zeit der Coronakrise ist Barbara in die Heimat zurückgekehrt.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Ist Weiden während der Coronakrise sicherer als Issy-les-Moulineaux? Barbara Schmucker und Mathilde Barbotin, die jeweils ein Jahr in der Heimat der anderen verbringen wollten, harren der Dinge in Weiden.

"Im Sommer ist alles wieder gut, hoffentlich", sagt Barbara Schmucker. Sie befindet sich gerade im Haus ihrer Eltern in Letzau. Dabei sollte die 19-Jährige gerade in Weidens Partnerstadt Issy-les-Moulineaux am Rande von Paris ein Austauschjahr absolvieren, im Rathaus mitarbeiten, Jugendlichen Nachhilfe geben, Schüleraustausch vorbereiten. Doch das Coronavirus hat ihre Pläne durchkreuzt. Als in Frankreich eine Ausgangssperre verkündet wurde, überließen es ihr die Eltern, wo sie sich während der Krise aufhalten wolle. Barbara entschied: "Es ist besser auf dem Land mit der Familie als in einer 15 Quadratmeter großen Wohnung in Paris." Von einem Tag auf den anderen hat sie beschlossen, vorläufig in die Oberpfalz zurückzukehren.

Mathilde Barbotin im Homeoffice in Almesbach.

In Kontakt mit Kollegen

Seit gut einer Woche befindet sich die Abiturientin des Augustinus-Gymnasiums nun wieder zu Hause. Regelmäßig pflegt sie den Kontakt mit den Kollegen, kümmert sich um die Social-Media-Auftritte und berichtet weiterhin mit ihrer Austauschpartnerin Mathilde Barbotin auf Facebook über die Erfahrungen während des Europäischen Freiwilligendiensts. Außerdem möchte sie ihrer Nachhilfeschülerin per Skype in Deutsch unterstützen.

Auch Mathilde hat lange mit ihren Eltern telefoniert, bevor sie entschieden hat, in Weiden zu bleiben. "Das ist das beste Mittel, damit ich und meine Familie gesund bleiben", sagt die 25-jährige Französin. Denn in Issy ist man viel mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. "Ich wollte nicht das Risiko eingehen, im Zug, in der Metro oder im Bus das Virus einzufangen." Auch Mathilde schätzt die Vorteile von Weiden im Vergleich zur sehr strengen Ausgangssperre in Frankreich: "In der Natur ist es schöner als in Paris in einer Wohnung." Einziger Wehmutstropfen: Mathildes Reitunterricht fällt aus. Jetzt nutzt sie Bücher, Filme, Malen und Telefonate, um sich die Zeit zu vertreiben. Für das Stadtarchiv und die Weidener Schule arbeite die Französin nun im Homeoffice, etwa an einem Projekt zu Feminismus.

Wann geht es zurück?

Beide Frauen machen sich Gedanken darüber, wie lange das Virus in Europa grassieren wird, welche Konsequenzen es haben wird. "Für den Moment geht es. Ich hoffe, dass es so gut weitergeht", zeigt sich Mathilde optimistisch. In Barbara herrscht "Gefühlschaos". Sie frage sich, wann sie wieder zurück nach Issy könne. "Gerade jetzt im März und April hätten wir so viele schöne Sachen gehabt": Projekte liegen still, Schüleraustausche wurden abgesagt, das Tourismusbüro hat geschlossen. Eigentlich wollte Barbara nach London und Barcelona - beides war nicht mehr möglich. Trotzdem sei es gut, wieder in Letzau zu sein. "Meine Freunde sterben vor Langeweile", erzählt die 19-Jährige mit Blick nach Paris. In der Oberpfalz könne man wenigsten noch raus. Um die freie Zeit zu nutzen, hilft Barbara bei der Weidener Tafel.

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