05.12.2018 - 15:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weihnachtliche Vorfreude im Kloster

Kleine Geschenke, Lebkuchen und Glühwein dürfen sein und stimmen aufs Fest ein. Die Vorweihnachtszeit ist auch für die Schulschwestern im Weidener Kloster etwas Besonderes.

Das Säckchen mit der Nummer "10" ist ihres. Schwester Brigitte kann es kaum erwarten, ihr Adventskalendertürchen zu öffnen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Die Gemeinschaft der 21 Frauen rückt dann gefühlt noch ein wenig enger zusammen. Bei den Betstunden wie bei den Vorbereitungen auf den Heiligen Abend. Schon jetzt dürfen auch weltliche Genüsse wie Lebkuchen und Glühwein nicht fehlen. "Unsere Köchin ist fleißig dabei Plätzchen zu backen. Die gibt es aber traditionell erst an Weihnachten", sagt Schwester Brigitte. Vor allem auf die Vanillekipferl freut sie sich schon.

Im Kloster der Armen Schulschwestern geht ein aufregendes Jahr zu Ende. Gleich drei Mal wurde das 125-jährige Jubiläum gefeiert. Im Januar mit allen Schwestern und Angestellten, im April mit einem Tag der offenen Tür und im Juli war die Bevölkerung zum Festgottesdienst mit anschließendem Pfarrfest eingeladen. Von dem musikalischen Auftritt der Schwesternband aus dem Mutterhaus in München schwärmt die Oberin noch heute. "Das war richtig, richtig schön."

Schwester Brigitte mag Feste. Vor allem die Vorbereitungen machen ihr Freude. So übernimmt sie selbstverständlich auch die Gestaltung der Nikolausfeier. "Wir werden bei Punsch und Lebkuchen beisammensitzen und auch Lieder singen. Und natürlich kommt der Nikolaus", sagt die 65-Jährige. Das ist ihr Part. Dafür wirft sich die Oberin einen festlichen purpurnen Umhang um. "Das ist mein eigener", sagt sie. "Den halte ich in Ehren. Eine Mitschwester hat ihn für mich maßgeschneidert." Wird sie als Nikolaus streng sein? "Ach nein, es gibt ein bisschen Mahnung, aber viel mehr Lob."

Am Heiligen Abend treffen sich die 21 Schwestern dann in der Klosterkapelle und beten eine Vesper. Im Anschluss wird im Wohnzimmer gemeinsam musiziert und gesungen. "Einige Schwestern spielen Instrumente wie zum Beispiel Hackbrett, Flöte und Gitarre." Und natürlich gibt es für jede ein kleines Geschenk. Liebevoll verpackt von der Chefin persönlich. Dafür schließt sie sich sozusagen Tage vorher im Wohnzimmer ein. "Da darf dann niemand rein", lacht Schwester Brigitte.

Fast so wie früher zu Hause in Aichach. "Da waren meine beiden Brüder und ich auch immer aufgeregt, wenn die Mutter mahnte, ja nicht das Wohnzimmer zu betreten. Unser Vater ging dann mit uns Schlittenfahren, um uns abzulenken." "Es war eine gemütliche Zeit damals", erinnert sich die Oberin. Geheimnisvoll, und ruhig.

Etwas ruhiger wollen es auch die Schwestern angehen lassen. "Die besinnliche Zeit sollte man pflegen, als Kloster haben wir da auch einen besonderen Auftrag", sagt Schwester Brigitte. Mal sehen, ob es mit der Ruhe klappt. In der kommenden Woche werde noch der 90. Geburtstag einer Mitschwester gefeiert. Und dann ist da ja noch Türchen Nummer 10, das neben den anderen darauf wartet, geöffnet zu werden. Schwester Brigitte bewahrt sich auch die nächsten Tage ihre Vorfreude ...

Krippenfiguren aus Maisblättern: Zu Weihnachten wird diese besondere Krippe aufgestellt. Schwester Honorina hat sie für die Oberin gebastelt.
Oberin Schwester Brigitte gibt traditionell den St. Nikolaus. Besonders stolz ist sie auf den roten Umhang, den sie mit nach Weiden gebracht hat.
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