28.11.2019 - 13:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Welt-Aids-Tag: Immer mehr Geschlechtskrankheiten

Längst geht es bei den Geschlechtskrankheiten nicht mehr nur um Aids. Zahlreiche andere, insbesondere Syphilis, sind mit viel höheren Fallzahlen dazugekommen.

Organisatoren und Akteure des Welt-AIDS-Tags 2019 sind (sitzend, von links) Anja Sauer und Gabi Raithel vom Gesundheitsamt Neustadt-Weiden und (stehend, von links) Jugendsozialarbeiterin Sandra Schlegl, Ärztin Barbara Steinhauser, Studienreferendarin Franziska Meier und Gesundheitsamtsleiter Dr. Thomas Holtmeier.
von Siegfried BühnerProfil

Der Welt-Aids-Tag fand in diesem Jahr in den Räumen der Europaberufsschule statt. Ziel der Veranstalter war es, Schüler und Bevölkerung über die Risiken von sexuell übertragbaren Krankheiten zu informieren und Schutzmöglichkeiten vorzustellen.

„Inhaltlich hat sich der Welt-Aids-Tag erheblich verändert“, stellte Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamts Neustadt-Weiden, fest. Während es gelungen sei, die Verbreitung des HIV-Virus einigermaßen einzudämmen, wären andere sexuell übertragbare Krankheiten stark im Vormarsch. Deren Fallzahlen reichen bereits bis zum Dreifachen der HIV-Infektionen. Zum Beispiel gibt es deutschlandweit bei zunehmender Tendenz jährlich fast 8000 Syphilis-Neuinfektionen.

„Rund fünf Prozent aller Frauen leiden unter einer Chlamydien-Infektion“, rechnete Holtmeier auch vor und warnte: „Das kann zur Kinderlosigkeit führen.“ Nicht umsonst würden die gesetzlichen Krankenkassen hierzu die Vorsorgeuntersuchungen finanzieren. Bei Infektion mit HPV-Viren drohe Gebärmutterhalskrebs. „Wenigstens hier kann durch eine Impfung vorgebeugt werden“, sagte Holtmeier.

Doch in allen Fällen gelte: „Safer Sex bleibt sinnvoll.“. Vor allem bei jungen Menschen wären Kondome sehr unbeliebt. Pille und andere Verhütungsmethoden würden zwar vor einer unerwünschten Schwangerschaft schützen, aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Am stärksten gefährdet seien diejenigen mit häufig wechselnden Partnern. „Wir wollen die Menschen sensibilisieren, wenn sie im Intimbereich Warzen, Geschwüre, Bläschen, Ausfluss beobachten oder ein Brennen in der Harnröhre spüren“, sagte der Gesundheitsamtsleiter.

Nach wie vor gelte es jedoch auch, HIV-Infektionen zu verhindern. Bayernweit wurden im laufenden Jahr 330 Neuinfektionen, darunter 23 in der Oberpfalz gemeldet. Doch trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeit bleibe eine solche Infektion lebenslang im Körper. Geschätzt werde, dass in Bayern derzeit knapp 12.000 Menschen mit einer HIV/Aids-Infektion leben müssten.

Beim Welt-Aids-Tag wurden die Schüler der Europaberufsschule schon im Eingangsbereich mit Plakatwänden über Aids, Syphilis, Chlamydien und die anderen beim Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheiten wie Genitalherpes und Gonorrhoe (Tripper) informiert. Schüler, darunter aus den MTA-Klassen, hatten selbst Informationsstände und Videos hergestellt. Dabei wurden auch Bilder von Hautausschlägen und Ekzemen gezeigt, die sehr drastisch die Krankheitserscheinungen dokumentieren sollen. Vorträge an den Informationstischen hielten Gabi Raithel und Anja Sauer vom Gesundheitsamt. Der Sozialdienst am Gesundheitsamt Neustadt-Weiden organisierte die Veranstaltungen zusammen mit Studiendirektor Alfred Kirzinger, der Medizinerin Barbara Steinhauser und Lehrerin Franziska Meier von der Europaberufsschule. Mitgewirkt hat auch Jugendsozialarbeiterin Sandra Schlegl.

Im Stundentakt nahmen die einzelnen Klassen am Programm teil. Sie wurden dabei auch über die kostenlose und anonyme Beratung zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, den HIV-Test beim Gesundheitsamt und den „Aids-Parcours“ informiert. Broschüren und Informationspakete unter anderem mit Kondomen wurden verteilt. Die Informationswände und die Videopräsentationen können auch in den kommenden Tagen in der Eingangshalle der Europaberufsschule besichtigt werden.

Organisatoren des Welt-AIDS-Tages zusammen mit den Schülerinnen, die Austellungswände und Videos hergestellt hatten.

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