08.11.2018 - 18:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

West IV: Erneut Probleme mit Tennet

Tennet will Platz für die Stromleitung und hat überraschend die Vorbehalte gegen die Planungen für das Gewerbegebiet West IV in Weiden nicht aufgegeben. Mit Folgen.

Gegenüber den alten Gewerbegebieten in Weiden West will die Stadt (allerdings deutlich stadtauswärts verschoben) weitere Gewerbeflächen ausweisen.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Neue Hindernisse, alte Zuversicht. Weder Sperlings- noch Raufußkauz können Baudezernent Oliver Seidel aus der Ruhe bringen. "Alles handelbar", versicherte er bei seinem aktuellen Bericht zum Gewerbegebiet West IV im Wirtschaftsbeirat. Die Pläne der Tennet, die eventuell ihre Stromtrasse durch West IV führt will, sind von weit größeren Kaliber.

Nach den Gesprächen mit Tennet im September schienen die Bedenken ausgeräumt. Nach einem Brief zu Beginn dieser Woche hat Seidel das Problem plötzlich wieder auf dem Tisch. Tennet verzichtet nicht auf den Vorbehalt gegen die Planungen der Stadt.

Tennet prüft noch, wo die Leitung verlaufen soll und will sich keine Lösungen verbauen. Deshalb wollen "die Berliner" erst ihren Vorbehalt aufgeben, wenn sie selbst Planungssicherheit über ihr eigenen Vorhaben haben, mutmaßt der Baudezernent. Ernüchternd für Weiden: Tennet stützt sich auf Bundesrecht, das Vorrang genießt und die Planungen der Stadt aushebeln kann. Seidel hofft dennoch darauf, dass Tennet die Trasse "mit unserem Input plant".

Zu dem vom Bund Naturschutz vor kurzem mitgeteilten Vorkommen von Sperlings- und Raufußkauz bemerkte Seidel, dass zumindest der Sperlingskauz nicht überrasche. Der sei in der Speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung erfasst und die erforderlichen Schutzmaßnahmen seien in Konzept integriert. Der Raufußkauz sei hingegen nicht nachgewiesen.

Die Kartierung habe - nach fünf Jahren - ein Alter erreicht, das eine Plausibilitätsprüfung erforderlich mache. Im Frühjahr würden deshalb zum Beispiel die Kleinvogelarten, zu den die beiden Kleineulen zählen, nachkartiert. "Dann werden wir feststellen, ob sich der Fund des Raufußkauzes bestätigen lässt."

Ebenfalls als "insgesamt handelbar" sieht Seidel das Thema Hydrologie. Die Grundwasserbohrungen hätten "erfreuliche, aber auch wenig erfreuliche Ergebnisse" gebracht. Im Frühjahr werde das Gutachten vorliegen. Nachgewiesen sei inzwischen die Leistungsfähigkeit der Schweinenaab, die das Oberflächenwasser aufnehmen soll. Die Einleitung selbst erfolge noch auf Landkreisgebiet. Hier rühmte Seidel die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt.

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