11.09.2018 - 18:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

West IV: Zu hoch hinaus

Das viele Grün im geplanten Gewerbegebiet West IV ist den Vertretern der Wirtschaft zu viel des Guten. Darüber lässt sich bestimmt reden. Doch mit ihrem Wunsch, in Höhen bis zu 40 Metern zu bauen, sind sie dann doch etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Das viele Grün im geplanten Gewerbegebiet West IV (rechts) ist den Vertretern der Wirtschaft zu viel.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Neben dem Thema "Grün" und der Bebauungshöhe standen bei einem Gespräch von Wirtschafts- und Arbeitsmarktexperten mit den Spitzen der Rathaus-Verwaltung auch die Arbeitsplätze und die anzusiedelnden Betriebe im Mittelpunkt. Wirtschaftsförderer Nicolas Lahovnik hatte dazu im August Vertreter der IHK, der Handwerkskammer, des Wirtschaftsclubs und der Agentur für Arbeit eingeladen. Am Dienstag präsentierte die Verwaltung im Finanzausschuss die Forderungen und Wünsche.

Bei den Gebäudehöhen will die Wirtschaft hoch hinaus. Es sollen auf so viel Fläche wie möglich Bauten bis zu 40 Metern ermöglicht werden. Dies sei wichtig für die in der Region so bedeutsamen Logistik-Unternehmen, aber auch für expandierende Handwerksbetriebe. Zudem ist es ein Kostenaspekt. West IV müsse angesichts der Quadratmeterpreise wettbewerbsfähig sein.

Baudezernent Oliver Seidel musste die Begeisterung für die Höhe nach einem Gespräch bei der Höheren Naturschutzbehörde allerdings stark bremsen. Bei Bäumen bis zu 25 Metern führten 40 Meter hohe Gebäude zu einer Horizontüberhöhung und einer starken Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Stadtkämmerin Cornelia Taubmann ergänzte, dass dies zu einer Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes führen würde. Zur besseren Vorstellung verwies Oberbürgermeister Kurt Seggewiß auf die Gebäude der Firmen Nachtmann und Witt, die 30 und 26 Meter hoch seien.

Einhellige Meinung herrscht darüber, dass es Privatsache der Unternehmer sei, wenn sie auf ihren Grundstücken kostspielige Wohlfühl-Flächen inach Art des Silicon-Valley schaffen wollen. Betonwüsten will keiner, aber zu starke Reglementierung, auch was die Dach- und Fassadenbegrünung angeht, schrecke Unternehmer bei der Standortwahl ab. Besonders kritisch wird die Fassadenbegrünung gesehen. Die Dachbegrünung finde eher Zustimmung, aber hier sollte auch Photovoltaik-Nutzung zugelassen werden.

Ferner kommt der städtische Wirtschaftsförderer zu dem Schluss, die Experten würden sich einen gesunden Branchenmix mit Zukunftstechnologien, Logistik und produzierendem Gewerbe erwarten. Dabei sollte das Augenmerk nicht auf der Schaffung möglichst vieler, sondern auf der Qualität der Arbeitsplätze liegen.

Lahovnik hat auch eine Ausschluss-Liste erstellt. So soll es im neuen Gewerbegebiet keinen großflächigen Einzelhandel mit vorwiegend innenstadtrelevanten Sortimenten geben. Reine Lagernutzung ist ebenso ausgeschlossen wie der KfZ-Bereich einschließlich Tankstelle sowie Vergnügungsstätten, Bordelle sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen. Auch Wohnungen für Betriebsinhaber sollen tabu sein.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.