Betroffen sei das Mariahilfberg-Viertel mit dem Klinikum St. Marien. Gleich dahinter befinde sich die Innenstadt, getrennt nur durch die Bahnlinie. „Wir haben da eine ganz schlechte Verbindung mit Unter- und Überführungen.“
Deshalb war eine fünfköpfige Genossen-Delegation nach Weiden gereist, um sich hier Rat einzuholen. „Von wegen Barrierefreiheit. In Amberg muss man mit der Kirche ums Dorf fahren bis man endlich in der Innenstadt ist.“ Vor Jahren habe die SPD schon mal einen Vorstoß gemacht, der sei aber von der Verwaltung nicht weiter verfolgt worden. Auch der Bahnhofsvorplatz sollte aufgehübscht werden. „Bei uns wird alles nur auf die Deutsche Bahn geschoben. Von wegen, keine Kommunikationsmöglichkeiten und die halten uns hin.“
„Wow! Und dann kam euer Aufschlag hier.“ Was in Weiden gelinge, müsse doch auch in Amberg möglich sein. „Beide Städte haben doch die gleichen Ansprechpartner.“ Fruth glaubte, dass ihre Amberger Entscheider einfach nicht richtig kommunizierten. „Man muss schon auf die Leute zugehen und darf nicht meinen, dass das schon selber wird." Der Weidener Durchstich sei ein Modell, das Amberg eins zu eins übernehmen könnte. „Wir wollen von euch abkupfern.“
Wie der Stein vor vier Jahren ins Rollen kam, erklärte Bürgermeister Jens Meyer. Die Maßnahme habe sechs Millionen Euro gekostet bei einer Förderung von 70 Prozent. „Bei uns war es so, dass Ortsteile voneinander getrennt waren. Und zwar gleich doppelt: Von Autobahn und Bahn.“ Meyer: „Die Stockerhut war abgehängt. Zwar gab es zwei Unterführungen in der Christian-Seltmann- und Frauenrichter Straße. Aber für Radfahrer und Fußgänger war das äußerst schwierig. Außerdem gibt es noch die Berufsschule mit 3000 Schülern."
Eine fußläufige Verbindung sei also wichtig gewesen für das Gebiet. Die Ausgestaltung der Umgebung stehe noch an. „Den Wunsch nach diesem Wittgartendurchstich hatten schon unsere Vorgängerinnen und Vorgänger.“ Meyers Tipp an seine Amberger Kollegin: „Man muss halt dran bleiben." Er gab aber zu, dass es schwierig sei, mit der Bahn und möglichen Ansprechpartnern in Kontakt zu treten.
Das brauche es schon auch einen gewissen politischen Rückhalt. „Das Projekt ist getragen worden von allen Fraktionen.“ Schließlich habe man die Regierung als Geldgeber mit ins Boot geholt und Städtebaufördermittel von Bund und Land angezapft. „So was kostet Kraft, hat sich aber gelohnt.“ Ein Riesenlob zollte Meyer den Weidener Stadtplanern, die diese Maßnahme federführend ins Rollen gebracht hätten. Amberger Befürchtungen, ein dunkler Tunnel sei ein Sicherheitsrisiko, widersprach Meyer.
Wie Fruth betonte, werde sie weiterhin den ganz engen Schulterschluss mit der Stadt Weiden und den Genossen vor Ort suchen, sollte sie am 15. März gewählt werden. „Wenn wir gegenüber Regensburg punkten wollen, müssen wir uns als Region aufstellen.“













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.