24.06.2019 - 10:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zeckenplage setzt Mensch und Tier zu

Das große Krabbeln spielt sich vor allem im Tierfell ab: Zecken haben Hochsaison. Wegen des milden Winters gibt es heuer offenbar weit mehr der kleinen Blutsauger als sonst. Die Folgen spürt auch ein Weidener Labor.

Ein solches Schild sollte unbedingt ernst genommen werden: in den vergangenen Jahren wurde eine Zunahme von Hirnhautentzündungen durch FSME beobachtet.
von plzkProfil
Auch für Hunde und andere Haustiere stellen Zecken eine große Gefahr dar.

Hundebesitzer klagen bereits seit einigen Tagen ihr Leid: Kaum ein Ausflug von Wuffi in den Wald oder auf die Wiese, der nicht mit einer Zecken-Armee im Fell enden würde. Tiere sind deutlich häufiger von Zecken befallen als Menschen, weil sie sich öfter im Freien aufhalten. Sticht eine Zecke zu, kann sie Mensch und Tier mit verschiedenen Krankheiten infizieren: Anaplasmose, FSME, Borreliose und einige andere. Während eine FSME- oder Borreliose-Infektion für den Menschen sehr gefährlich werden kann, ist ein Stich für Tiere nicht so schwerwiegend - meistens.

Jedes Tier reagiert, abhängig vom jeweiligen Immunsystem, unterschiedlich auf einen Erreger, weiß Tierärztin Yvonne Federl aus Vohenstrauß. Das Immunsystem bei Pferden muss sich oft mit Borreliose-Erregern auseinandersetzen, daher erkranken sie nur in seltenen Fällen. Viel empfindlicher reagieren Hunde: Sie sind deutlich häufiger Opfer von Zeckenstichen. Das macht sich oft durch träges Verhalten, Gelenkentzündungen, Fieber, Lähmungen oder Fressunlust bemerkbar. "Hier ist besonders die Wachsamkeit der Hundebesitzer gefragt, weil sich die Beschwerden oft erst nach Wochen oder Monaten äußern können", warnt Federl. Pferde zeigen im Falle einer Infektion häufig Mattigkeit, Lahmheiten, Augenerkrankungen und neurologische Störungen. Bei Katzen ist die Gefahr einer Erkrankung eher gering - sie bringen die Zecken jedoch ins Haus.

In jedem Fall ist es wichtig, dass sich Tierbesitzer über die verschiedenen Möglichkeiten des Zeckenschutzes informieren, wenn ihr Tier mit Zecken in Kontakt kommen kann. Im Zweifel hilft nur der Rat des Tierarztes. "Es ist auch sinnvoll, Zecken nach dem Entfernen aus der Haut mittels Tests als Überträger zu entlarven", rät Yvonne Federl. Dabei gilt für Mensch und Tier: Je früher man die Gefahr erkennt, desto schneller erfolgt die Behandlung.

Solche Tests nimmt das Weidener Labor Synlab vor. Hat die Zecke ihr Opfer mit Borreliose-Bakterien oder anderen Krankheitserregern infiziert? Synlab setzt auf ein spezielles Nachweisverfahren. Dafür entfernt der Betroffene den Parasiten vorsichtig, klebt ihn auf ein Blatt Papier und sendet ihn ins Labor. "Wir haben rund 5000 Untersuchungen pro Jahr, Tendenz steigend", erklärt Synlab-Teamleiter Prof. Dr. Thomas Müller. Darunter seien viele Zecken, die besorgte Tierbesitzer einschicken.

So schützen Sie Ihren Vierbeiner:

Vor dem Urlaub zum Arzt

Impfungen, gründliches Durchsuchen nach dem Aufenthalt im Freien, Antiparasitenmittel, spezielle Halsbänder oder eine Prophylaxe-Behandlung: Es gibt viele Möglichkeiten, die kleinen Blutsauger von den Haus- und Heimtieren fernzuhalten. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde gegen Borreliose geimpft werden. So können die Bakterien gar nicht erst in den Blutkreislauf gelangen.

Tierärztin Nina Küke aus Döllnitz empfiehlt: "Bevor es jetzt im Sommer ans Mittelmeer geht, unbedingt vorher nochmal mit dem Vierbeiner zum Tierarzt gehen, weil dort noch gefährlichere Zecken auf die Vierbeiner warten." Bei einer ernsthaften Erkrankung hilft den Tieren eine medikamentöse Behandlung.

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