Weiden in der Oberpfalz
03.05.2019 - 11:55 Uhr

Zeidler kritisiert "Kandidaten-Kasperltheater" der CSU

Die Genossen wollen sich an greifbaren Gegnern reiben. Was die CSU momentan in Sachen Oberbürgermeister- und Stadtratskandidatenfrage veranstalte, hält SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sabine Zeidler für ein "Kasperltheater".

Der SPD-Ortsverein Hammerweg ehrt langjährige Mitlieder. Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (rechts) referiert über Europa und die Kommunalwahlen. Bild: Kunz
Der SPD-Ortsverein Hammerweg ehrt langjährige Mitlieder. Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (rechts) referiert über Europa und die Kommunalwahlen.

Die Bürger hätten ein Recht darauf, endlich Kandidaten präsentiert zu bekommen. "Wir nominieren unsere Stadtratsliste am 18. Mai." Für die Kandidaten der CSU sollte es doch auch ein Zeichen von Wertschätzung sein, endlich nominiert zu werden, sagte sie beim Ehrenabend der Hammerweg-SPD.

Karl-Heinz Schell befürchtete im "Cafe Hägler" für seine Partei eine "Pleite" und dies nicht nur bei den Europawahlen. "Auch vor der Kommunalwahl im März nächsten Jahres habe ich Angst. AfD, Linke und Bürgerliste bekommen Zuwachs. Wir müssen kämpfen." Schell begründete seine Sorgen unter anderem mit Juso-Chef Kevin Kühnerts Sozialismus-Thesen – Aber auch mit der vermeintlich andauernden Flüchtlingskrise, dem ständigen Ignorieren von Arbeitnehmerproblemen, einem erstarkenden China und der unbeantworteten Frage, wie sich denn Deutschland aufstellen werde, sollte der Wirtschaftsabschwung einsetzen.

Ein Selbstläufer sei der Wahlgewinn für die Weidener SPD keineswegs, sagte Zeidler. "Aber ich habe keine Angst. Angst blockiert und ist ein schlechter Ratgeber." Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch glättete Schells Befürchtungen. Eine Flüchtlingslage wie 2015 stelle sich nicht. "Wir brauchen in Deutschland ein positives Wanderungssaldo von 300 000 Menschen pro Jahr. Wir wollen ein Fachkräftezuwanderungsgesetz." Eine Arbeitnehmerentlastung in dieser Legislaturperiode sei mit den "Schwarzen" nicht zu machen. Und den Aufschwung Chinas habe die deutsche Industrie schlichtweg verschlafen.

Grötsch appellierte an die Genossen, für ein freies Europa zu kämpfen. Bei einem weiteren Erstarken der Rechtspopulisten werde bald nichts mehr sein, wie es war. Er skizzierte das Brexit-Chaos in Großbritannien und stellte sich deutlich hinter die Einführung einer Grundrente von 910 Euro ohne Bedürftigkeitsprüfung. Die Genossen müssten sich die Frage gefallen lassen, warum ihre Botschaften die Menschen nicht mehr erreichten. "Warum kommen die Leute nicht mehr zu uns? Warum bleiben wir unter uns?"

Dies erfordere ein Umdenken. "Wir müssen wieder so diskutieren, als würden wir gerade eine neue Partei gründen wollen." Man sollte sich auch Gedanken darüber machen, wie man die Jugend erreiche. Am besten wohl über Smartphones oder Videokonferenzen. "Denn kein Jugendlicher setzt sich am Samstagabend in eine Ortsversammlung." Die Kandidatenliste der Weidener SPD sei breit aufgestellt. Mit Leuten voller Lust und voller Ideen. Und: "Es waren gute zwölf Jahre, die ein Sozialdemokrat in Weiden auf dem Chefsessel saß."

Wilhelm Moser stellte klar, dass er bei der SPD Weiden-Ost gefordert habe, dass die Fußgängerüberquerung in der Leuchtenberger Straße beim Blumenladen und dem geschlossenen Getränkemarkt rund hundert Meter weiter in Richtung Professor-Heuss-Straße verlagert werden sollte, weil die Querung dort ungleich stärker frequentiert sei.

Für 40-jährige Treue ehrten Zeidler, Grötsch und stellvertretende Ortsvorsitzende Jasma Naghashian Waldemar Reil. Für 30 Jahre Otto Schell und Silvia Seiser-Wolfram. Für zehn Jahre Ute Paul.

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