09.07.2018 - 18:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wer zieht in die Stadtgalerie?

Deutliche Worte von den Nachbarn, deren Schicksal mit der Entwicklung der Stadtgalerie verbunden ist: "Wir brauchen vor allem einen weiteren gut sortierten großen Lebensmittelmarkt in der Innenstadt" , betont Christian Salzhuber, Vorsitzender des CSU-Ortsverband Stadtmitte.

Christian Salzhuber und die CSU-Stadtmitte sorgen sich um NOC, Verkehrsführung und Parken in der Innenstadt sowie um den Abatay-Tower.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Derzeit erschreckt das NOC noch als "kalter, erdrückender Betonklotz" die Passanten. "Wir hoffen, dass die versprochenen Keramik-Lamellen tatsächlich an die Fassade kommen und sie aufwerten", betont Salzhuber im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. Dabei bedauert er, dass die öffentliche Kommunikation, welche Geschäfte konkret das zukünftige Einkaufszentrum beleben werden, bis heute gänzlich fehle. "Knapp acht Monate vor der Eröffnung des NOC ist diese Zurückhaltung von Fondara nicht mehr für jedermann nachvollziehbar", meint Salzhuber, der selbst seit Jahrzehnten ein erfolgreiches Werbeunternehmen in der Asylstraße betreibt.

Wo sind die Zugpferde?

Bei der Bevölkerung könne mit zugkräftigen Namen die Neugierde, der "Appetit" auf die Eröffnung des NOC geweckt werden. "Warum vergibt man sich die Chance, bereits jetzt für ein attraktives NOC als Einkaufsmeile der Zukunft in der nördlichen Oberpfalz zu werben?" Es sei bedauerlich, so Salzhuber, dass Fondara sich erst kurz vor der Eröffnung in die Karten schauen lassen wolle. "Wir alle hoffen, es sind dann wirklich die Geschäfte dabei, die dem Handelsstandort Weiden nach vorne bringen. 08/15-Geschäfte helfen uns nämlich nicht weiter." Damit die Geschäfte in den umliegenden Straßen dem durchaus erhofften Sog des NOC standhalten können, müssten Stadt, Immobilienbesitzer und Filialisten massiv investieren. Nur so könne die Attraktivität gesteigert werden.

"Alle reden von der Stadtgalerie, und keiner kümmert sich um die Straßen in der Nachbarschaft", klagt Christian Salzhuber, der für viele "alte Geschäfte" große Probleme befürchtet. Eine zeitgemäße und ökonomische Umgestaltung der Max-Reger-Straße sei extrem wichtig für die Innenstadt und vor allem für die dort ansässigen Einzelhändler. Zu diskutieren und auf ihre Realisier- und Finanzierbarkeit zu überprüfen seien die Anregungen der Architekten Heiner Schreml (Überdachung) sowie Karlheinz Beer (den Häusern vorgelagerte Arkaden). Eine gestärkte Anziehungskraft der Max-Reger-Straße sei nötig, um im Wettbewerb mit der Stadtgalerie zu bestehen.

Verkehre kreuzen

Für die CSU Stadtmitte sei nicht klar, dass das Verkehrskonzept tatsächlich funktioniere. In der Sedanstraße etwa kreuze der Verkehr aus dem Parkdeck mit dem Stadtverkehr. Und damit ist Salzhuber beim "ruhenden Verkehr": In der Kernzone der Innenstadt, zu der er Luitpold-, Ketteler-, Asyl- und Braunmühlstraße zählt, sollten alle Parkplätze kostenpflichtig sein, um den lästigen Parkplatz-Suchverkehr zu unterbinden.

Zugleich sollten den Anliegern die Anlieger-Parkplätze (wenn nötig gegen eine höhere Gebühr) zur Verfügung stellen. Damit würde die Parkplatznot der Anwohner behoben, zugleich aber mehr Fahrzeuge in die Parkdecks der SGW Stadtbau und Fondara umgeleitet. "Denn dort findet jeder einen Stellplatz."

Noch nicht der große Schlager. Das Nordoberpfalz-Center wirkt im Rohbau wie ein "kalter, erdrückender Betonklotz". Darum hofft die CSU-Stadtmitte auf die auflockernde Wirkung der "Keramik-Lamellen.

Anlieger-Parken ausdehnen, dafür aber die kostenlosen zweistündigen Parkscheiben-Zeiten beenden, fordert Christian Salzhuber mit der CSU-Stadtmitte

Info:

Tower mit "erdrückender Wucht und Größe"

Anders als bisher von Architekt Heiner Schreml immer wieder beteuert, halte sich die Begeisterung über den Abatay-Tower in der Innenstadt doch in engen Grenzen, unterstreicht Christian Salzhuber. Der Turm habe mit seinen 17 Stockwerken eine „erdrückende Wucht und Größe“. „Dieser Turm erschlägt einen. Da will doch keiner in der Nachbarschaft mehr wohnen. Das triff uns alle.“ Vor allem aber sei dieses Hochhaus dort auch gar nicht zulässig: Da kein Bebauungsplan vorhanden sei, müsse sich die neue Bebauung auf dem Areal des Josefshauses an die der Umgebung halten. Die Tiefgarage mit 100 Stellplätzen überlaste die Asylstraße. „Wir haben nichts dagegen, wenn ein attraktives Bauwerk entsteht. Aber muss es so hoch sein? Es muss etwas anderes sein als diese Geburtstagstorte mit Wohnsilo.“ Es sollten vor allem bei den Planungen die Leute eingebunden werden, die mit den Folgen leben müssten, also die Nachbarschaft. Für die CSU-Stadtmitte bedauert Salzhuber auch, dass der Bauherr – ohne Antrag und Genehmigung – Wohnungen ins Josefshaus eingebaut habe: „Es gibt für jeden Bauherrn Regeln, die jeder einhalten sollte.“ (wd)

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Stefan Kreuzeck

Es gibt es viel zu wenige innerstädtische Einkaufsmöglichkeiten in Deutschland. Das ist in vielen anderen Nachbarländern ganz anders, dort gibt es in den Innenstädten mehrere kleine Supermärkte oder Einkaufsmärkte, wo man das nötigste bekommt und das oftmals bis spät am Abend und auch Sonntag.
Da gilt nämlich nicht mehr das völlig veraltete Ladenschlussgesetz aus der Steinzeit, womit man hier wieder mal die Rückständigkeit zementiert, nachdem man schon eine der schlechtesten Internetgeschwindigkeiten Europas hat und beim Mobilfunk die gleiche peinliche Rückständigkeit, gleichzeitig natürlich mit einen der höchsten Preise Europas (auch dank fehlendem Wettbewerb bei nur noch drei großen Anbietern).

11.07.2018

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