27.08.2021 - 12:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zugeständnisse der Wirte sichern Christkindlmarkt in Weiden seinen Platz

Die Gespräche der vergangenen Wochen scheinen gefruchtet zu haben. Die Gastwirte in der Altstadt lenken ein. Somit kann der historische Christkindlmarkt stattfinden. Die Schausteller, die sich darum beworben haben, hoffen nun auf Post.

Wochenmarkt und Außengastronomie kommen sich schon jetzt sehr nah. Mit dem Christkindlmarkt im Dezember wird´s noch enger. Die Wirte sind zu einem Kompromiss bereit.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Die Kommunikation schien in der ganzen Sache das größte Problem gewesen zu sein, wie Bürgermeister Lothar Höher am Montag im Ferienausschuss des Stadtrates bemerkte. Und dennoch gebe es jetzt im Ergebnis einen Kompromiss, der "unserem schönen Christkindlmarkt" neben Bauern- und Wochenmarkt und der Außengastronomie am Oberen und Unteren Markt einen Platz einräumt. "Jetzt versuchen wir es mal", gab sich Höher optimistisch. Immer vorausgesetzt, die aktuelle Coronalage lasse den Markt im Dezember zu.

Tische rücken ab

Dass nun alle ihre angestammten Flächen in der Altstadt bespielen können, sei vor allem dem "fairen Verhalten der Gastronomiebetriebe zu verdanken", sagte Nicole Hammerl vom Dezernat für Recht, Umwelt, Sicherheit und Ordnung. Viele Gespräche habe sie geführt, im letzten Hauptverwaltungsausschuss wurden nochmal die Alternativen diskutiert. Jetzt gebe es einen Konsens.

Nachdem es vor allem an den Adventssamstagen zwischen Schaustellern, Marktkaufleuten und der Gastronomie eng werde, erklärten sich die Wirte zu dem Kompromiss bereit, zumindest an diesen vier Tagen ihre Tische, Schirme und Einhausungen zurück zu bauen, vorausgesetzt sie haben eine Sondernutzungserlaubnis für die Außenbewirtschaftung in den Wintermonaten. Das betreffe, so Hammerl, vor allem den nördlichen Bereich am Unteren Markt. "Hier müssen wir die Rettungswege freihalten."

Der mittwochs stattfindende Wochenmarkt sei kleiner, deshalb fänden alle Betroffenen Platz und rückten einfach etwas enger zusammen. Die Rechtsdezernentin betonte ausdrücklich, dass der Konsens mit keinen Forderungen verbunden war. Sie sei zuversichtlich, dass die Lösung jetzt so umgesetzt werden könne.

"Die Altstadt ist seit Jahrhunderten unser Marktstandort, und das soll er auch bleiben. Der öffentliche Raum gehört niemandem, er wird unter allen geteilt", sagte Roland Richter (SPD). Es sei gut, dass die Diskussion ein Ende habe. "Eine Verlagerung des Christkindlmarktes hätte nicht funktioniert." Auch Hans Blum, CSU-Stadtrat und als Schausteller selbst Betroffener, dankte der Verwaltung für die Gesprächsbereitschaft.

Sondernutzung beantragen

Wie viele Gastwirte letztendlich in der Weihnachtszeit während des Christkindlmarktes an den Samstagen etwas zurückweichen müssen, hängt davon, ob sie auch im Winter Gäste draußen bewirten möchten. "Die Erlaubnis zur Sondernutzung endet normalerweise zum 31. Oktober", sagte Hammerl. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind (noch) keine Anträge für Freischankflächen über das Datum hinaus eingegangen." Die Bewilligung würde stets für die reine Fläche gelten und nicht für die Tische und Stühle darauf. Auch würde die Sondernutzung meist die gleiche Fläche umfassen, die die Wirte im Sommer bespielen, erklärte die Dezernentin auf Nachfragen von Bernhard Schlicht (FDP/Freie Wähler) und Laura Weber (Grün.Bunt.Weiden).

Die Dezernatsleiterin rechnet damit, dass nahezu alle Gastronomen entsprechende Anträge stellen werden. Diese müssten bis spätestens 14 Tage vor der Nutzung erfolgen, wie sie nach der Sitzung auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilte.

Und wie geht es mit dem Christkindlmarkt weiter? "Die Verwaltung wird voraussichtlich noch nächste Woche unter den Bewerbern auswählen und diese über die Entscheidung unterrichten", sagte Hammerl. Es seien zahlreiche Bewerbungen für die insgesamt 28 Marktstände eingegangen. Die Auswahl erfolge nach den vom Stadtrat beschlossenen Vergaberichtlinien.

Nach diesen könnten die Bewerber anhand vieler Kriterien Punkte sammeln, so Hammerl. "Die regionale Ansässigkeit ist eines, den Schwerpunkt bilden jedoch die Attraktivität des Schaustellers in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild des Marktstandes und bezüglich des Warensortiments."

Märkte buhlen um jeden Zentimeter

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Freischankflächen im Winter

  • Sondernutzung für Gastronomie im Außenbereich endet normalerweise zum 31. Oktober.
  • In der Corona-Pandemie erlaubt die Stadt Weiden Kneipen und Speiselokalen auch in den Wintermonaten, Gäste unter Schirmen, Zeltplanen und Heizpilzen zu bewirten.
  • Die Sondernutzung kostet die Gastronomiebetriebe eine Gebühr.
  • Der Wirt muss bei der Stadt eine Genehmigung beantragen, spätestens 14 Tage vor der Nutzung.

 

 

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