19.07.2018 - 12:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zurück zur Scholle

Führungskräfte in Spitzenpositionen im Öffentlichen Dienst müssen häufig umziehen. Über eine Rückkehr in die Heimat freut sich der neue Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Amtsübergabe mit Enkelkind Leonora. Der bisherige Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Dr. Siegfried Kiener (rechts) übergab die Amtsgeschäfte an Reinhold Witt (Vierter von rechts) Mit dabei (von rechts) Elvira Kiener-Seibert, Betty Witt und Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Führungswechsel beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden: Leitender Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt trat die Nachfolge von Siegfried Kiener an. Verabschiedung und Einführung in der Max Reger Halle wurde von Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer vom Bayrischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgenommen. „Sie waren Fachmann und eine herausragende Führungskraft, die Mitarbeiter gut motivieren konnte. Ihre Lebensleistung verdient Respekt“, lobte Bittlmayer den bisherigen Behördenleiter.

Zehn Jahre lang hatte Kiener die Verwaltungsbehörde in Weiden und zugleich auch die Landwirtschaftsschule geleitet. Am 1. Mai dieses Jahres trat er in den Ruhestand. Ausführlich schilderte der Ministerialdirektor die Stationen im Berufsleben des jetzigen Ruheständlers, darunter Landwirtschaftsministerium, Regierung von Oberfranken und Landwirtschaftsamt Cham. Als Ruhestandsgeschenk wurde ein Bayrischer Löwe überreicht.

In seiner Abschiedsrede betonte Kiener: „Für mich waren die Jahre in Weiden eine spannende Zeit“. Nun habe ein neuer Lebensabschnitt begonnen, von dem er nach wenigen Wochen sagen könne: „Ruheständler ist eine wunderbare Position, nur schade, dass die Ausbildung so lange dauert.“

Einen Berufsverlauf mit ähnlich vielen Stationen wie der scheidende Amtsinhaber weist auch sein Nachfolger Witt auf. Geboren 1961 in Neustadt/WN führte sein Weg nach dem Studium in Weihenstephan über eine Lehrtätigkeit in Amberg zum Landwirtschaftsministerium in München, wo Witt auch als persönlicher Referent von Staatsekretärin Marianne Deml arbeitete. Es folgten Führungsakademie in Landshut und Behördenleitung in Schwandorf.

„Ich war viel in Bayern unterwegs, aber irgendwie mit einem Bein immer in Weiden“, sagte Witt in seiner Antrittsrede. Künftig stehe er mit beiden Beinen in seiner Oberpfälzer Heimat, ergänzte er. „Dou bin i daham, das kann ich nun wirklich sagen.“ Vom Ministerialdirektor bekam Witt Lob mit auf den Weg: „Ich weiß das Amt in Weiden weiterhin in guten Händen.“

Was Witt in seiner neuen Aufgabe sich vorgenommen hat, erläuterte er ebenfalls bei dieser Feierstunde. „Bildung ist für mich zentrale Aufgabe unseres Amtes“. Neben der Landwirtschaftsschule sollen Bildungsprogramme für die Landwirtschaft, die Waldwirtschaft und den Bereich Ernährung und Hauswirtschaft durchgeführt werden. Einen weiteren Schwerpunkt sieht Witt in der „gemeinwohlorientierten Beratung" und der Beratung zur Unternehmensentwicklung. „ Mir geht es darum, die Nachhaltigkeit stärker in den Vordergrund zu stellen“, sagte er.

Und er sprach von einem Dreiklang zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Klimawandel, Veränderungen auf den Märkten, Ansprüche der Kunden und rechtliche Vorgaben würden den Land- und Forstwirten zusetzen. Witt will einen umfassenden Ansatz verfolgen, der Gewässer schützt, Bodenabtrag vermeidet, die Vielfalt der Kultur fördert und sich den Bewirtschafter rechnet. „Die Bewirtschafter und Tierhalter müssen Menschen bleiben können und nicht zu Arbeits- und Produktionsrobotern verkümmern.“

Um auch noch den dritten Aufgabenblock „Förderung und Verwaltung“ durchführen zu können bat Witt alle Beteiligten: „Gebt uns genügend Geld und Personalressourcen, damit wir unsere sprühenden Ideen und Freude an der Arbeit so richtig ausleben und viel Gutes für Mensch, Tier und Land bewirken können.“

Grußworte sprachen Landtagsabgeordnete Annette Karl und Tobias Reiß, der stellvertretende Landrat Albert Nickl, Stadtkämmerin Cornelia Taubmann, Bauernverbandsbezirkspräsident Josef Wutz, Fachbildungsverbandsvorsitzender Albert Gollwitzer und Personalratsvorsitzender Paul Grötsch. Für Musik sorgten Maximilian Kiener und Roman Chwalinski. Moderator war Forstdirektor Gerhard Hösl.







Die Bewirtschafter und Tierhalter müssen Menschen bleiben können und nicht zu Arbeits- und Produktionsrobotern verkümmern.

Reinhold Witt

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