22.07.2021 - 14:27 Uhr
WeidingOberpfalz

Prognose: Einwohnerzahl von Weiding schrumpft in zehn Jahren auf unter 400

Eine Prognose sagt für Weiding einen deutlichen Rückgang der Einwohnerzahl in den nächsten zehn Jahren voraus. Für diese demografischen Änderungen möchte sich die Gemeinde wappnen.

Blick aus der Luft auf Weiding. Laut Prognosen wird die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2031 deutlich zurückgehen. Für weitere demografische Herausforderungen möchte sich die Gemeinde im ILE-Verbund wappnen.
von Ludwig HöcherlProfil

Im Weidinger Gemeinderat ging es um das Pilotprojekt "Demografiefeste Kommune". Damit unterstützt der Freistaat Bayern Kommunen bei der Gestaltung und Bewältigung des demografischen Wandels. Die ILE Brückenland Bayern-Böhmen, zu der auch Weiding gehört, möchte sich um dieses zukunftsträchtige Projekt, das ILE-Manager Christian Karl dem Gremium um Bürgermeister Manfred Dirscherl vorstellte, bewerben.

Karl verwies eingangs auf die gemeinsame Förderkulisse, die elf Gemeinden im östlichen Teil des Landkreises Schwandorf sowie Eslarn im benachbarten Landkreis Neustadt/WN, umfasst. Grundsätzlich fördert die ILE Brückenland Bayern-Böhmen die Ortsentwicklung ihrer Mitgliedskommunen bis hin zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Mikroregion Dobrohost im benachbarten Tschechien. Eingebunden ist bei allen Vorhaben das Amt für ländliche Entwicklung.

Als einen schleichenden Prozess, der tief in die Gesellschaft eingreift, sah Referent Christian Karl den demografischen Wandel in den kommenden Jahren. "Keine schönen Zahlen", so der ILE-Manager, werden dabei für die Gemeinde Weiding für die nächsten zehn Jahre prognostiziert. Laut den Statistikern werde die Einwohnerzahl von 468 (Stand 2017) bis zum Jahr 2031 um knapp 20 Prozent auf 380 Personen zurückgehen. Der Anteil der bis 18-jährigen werde in zehn Jahren 10,5 Prozent ausmachen, 55 Prozent der Bewohner seien dann zwischen 18 und 65 Jahre alt, über ein Drittel der Weidinger Bevölkerung werde das Lebensalter von 65 Jahren überschritten haben.

Mit dem Pilotprogramm "Demografiefeste Kommune" will das Heimat- und Finanzministerium diesen Strömungen entgegenwirken und Gemeinden auf den demografischen Wandel so gut wie möglich vorbereiten und dabei begleiten. Als Schwerpunkte werden dabei die Identifikation der Bewohner mit der Kommune, die Themen Jugendarbeit und Ehrenamt, wie auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Selbstständigkeit im Alter herausgearbeitet.

Wie Christian Karl ausführte, würde – im Falle einer erfolgreichen Bewerbung für das Pilotprojekt – die ILE Brückenland Bayern-Böhmen in den Genuss eines Zuschusses von 90 Prozent der förderfähigen Kosten kommen, der auf eine Summe von 114 000 Euro begrenzt ist. Einstimmig votierten Bürgermeister und Gemeinderat dafür, sich dem Bewerbungsverfahren für das vom ILE-Manager vorgestellte Pilotprojekt anzuschließen.

Bürgermeister Manfred Dirscherl verlas in der Sitzung ein Schreiben von Erika Betz bezüglich eines Radweges von Weiding nach Schönsee. Die Gemeindebürgerin verwies darin auf die Problematik des Verkehrs auf der Staatsstraße zwischen beiden Kommunen. Zudem sollte zum Bau eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand möglich sein.

Bis zur Gemeindegrenze in Preißhof habe man für die Wegeführung bereits eine Vorstellung, sagte Bürgermeister Manfred Dirscherl dazu. In der Diskussion wurden verschiedene Varianten für eine Weiterführung der Trasse diskutiert. Grundsätzlich einigte sich das Gremium darauf, dass mit Vertretern der Stadt Schönsee wegen des Baus eines Radwegs das Gespräch geführt werden soll. VG-Geschäftsleiter Matthias Jeitner wurde beauftragt, im Vorfeld eine Möglichkeit für eine öffentliche Förderung des Vorhabens auszuloten. Ein privater Bauwerber erhielt noch das einstimmige O.k. für die Erweiterung seines Wohnhauses vom Ein- zum Zweifamilienhaus erteilt.

In Weiding wird Fledermäusen der Rote Teppich ausgerollt

Weiding

"Keine schönen Zahlen."

ILE-Umsetzungsbegleiter Christian Karl

ILE-Umsetzungsbegleiter Christian Karl

Der Bürgerwunsch für einen Radweg nach Schönsee war Thema im Weidinger Gemeinderat. Mit Vertretern der Stadt Schönsee sollen Möglichkeiten ausgelotet werden.

 

 

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