04.12.2019 - 15:11 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Mit 60 zurück an der Spitze

Zum 60. Geburtstag macht sich der Kreisverband der Frauen-Union (FU) selbst das schönste Geschenk: Mit 884 Mitgliedern ist er wieder der größte Bayerns. In diesem Jahr sind 41 Frauen neu zu der CSU-Arbeitsgemeinschaft gestoßen.

Zwei der vier noch lebenden Kreisvorsitzenden der vergangenen 60 Jahre: Roswitha Scheidler und Sieglinde Schärtl (Vierte und Sechste von rechts) feiern das Jubiläum mit. Mit im Bild die FU-Landesvorsitzende Ulrike Scharf (Vierte von links), die Bezirksvorsitzende Barbara Gerl (Dritte von rechts), die Kreisvorsitzende Tanja Schiffmann (Zweite von links) und ihre Stellvertreterinnen Andrea Lang, Marianne Lebegern und Annett Kamm.
von Gabi EichlProfil

Die Kreisvorsitzende Tanja Schiffmann sieht die Frauen auch im CSU-Kreisverband im Aufwind, wie sie bei einem Brunch mit Festgästen im BHS-Restaurant „News“ sagt. Im Kreisvorstand sei zumindest unter den Beisitzern schon die Hälfte Frauen. Die Kreistagsliste zähle 16 Frauen, da sei selbstverständlich „noch viel Luft nach oben“, doch man sei auf einem guten Weg.

Der Kampf um die Quote

Festrednerin ist die FU-Landesvorsitzende Ulrike Scharf, zwischen 2014 und 2018 bayerische Umweltministerin. Sie bricht eine Lanze für die von Parteichef Markus Söder angestoßene Frauenquote, um die beim Parteitag im Oktober erbittert gerungen und die nur als Soll-Regelung verabschiedet wurde. Auch die CSU-Frauen brauchten dieses Instrument, sagt Scharf, „wir kommen sonst nicht weiter“. Sie bedauert den Ton der Auseinandersetzungen und sagt an die JU-Vertreter gewandt, sie habe ihrerseits die Friedenspfeife dabei. Scharf hoffe, dass man nun wieder friedlicher miteinander reden könne. In Sachen Quote springt ihr der Landtagskollege Stephan Oetzinger zur Seite. Der Kreisvorsitzende zeigt sich überzeugt, dass die Quote den Kreisverband bereichern werde. Oetzinger will, wie er sagt, im kommenden Jahr einer Frau den stellvertretenden Vorsitz in der Bundeswahlkreiskonferenz überlassen, der üblicherweise ihm als Stimmkreisabgeordneten zustehe.

"Einmischen in die CSU-Politik"

Scharf erinnert an die Mühen der ersten Vorsitzenden und Mitglieder der Frauen-Union – so vieles sei damals noch nicht selbstverständlich gewesen. Dabei seien Frauen in der Politik so wichtig, da sie vielfach einen anderen Blick auf die Dinge hätten. Die Landesvorsitzende spricht von „60 Jahren Einmischen in die CSU-Politik“, von dem Mut, den der Kampf um einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft erfordere. Denn Frauen könnten sich noch längst nicht zufrieden zurücklehnen. Sie würden nach wie vor nicht gleich bezahlt im Beruf, seien vielfach unterrepräsentiert – auch in der CSU. Im bayerischen Landtag hätten die Frauen derzeit einen Anteil von etwa 25 Prozent, der schlechteste Wert seit langem, in der CSU-Fraktion seien es nur 21 Prozent. Scharf sagt sehr deutlich, Frauen seien keineswegs nur für die typischen Themen wie Sozialpolitik oder Gesundheit gut. Und sie appelliert an die Kandidatinnen unter ihren Zuhörerinnen, sich nicht auf diese Themen festnageln zu lassen.

Vor 40 Jahren erste Ortsverbände

Die FU-Kreisvorsitzende Schiffmann zeichnet zwei ihrer vier noch lebenden Vorgängerinnen aus: Roswitha Scheidler und Sieglinde Schärtl. Stefanie Ulbrich und Petra Dettenhöfer sind verhindert. Unter Ulbrich wurden 1979 die ersten Ortsverbände in Neustadt und in Vohenstrauß gegründet, der bisher jüngste FU-Ortsverband wurde 2008 unter Sieglinde Schärtl in Pleystein ins Leben gerufen. Schiffmann selbst wird von ihrer Stellvertreterin Marianne Lebegern überrascht, die ihr im Namen des Kreisverbandes für zehn Jahre Einsatz an der Spitze der CSU-Frauen dankt. Die FU-Bezirksvorsitzende Barbara Gerl lobt die Vielfalt in den Neustädter Ortsverbänden.

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