18.10.2019 - 18:00 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Festival familienfreundlicher Betriebe

Betriebe können es sich heutzutage nicht mehr leisten, Mitarbeiter nur als bloße Produktionsfaktoren zu betrachten. Arbeitnehmer haben auch immer ein häusliches Umfeld, das beachtet werden muss.

Engagement für Familien: Die Preis- und Urkundenträger, Veranstalter und Ehrengäste bei der Johanna-Frank-Preisverleihung 2019.
von Siegfried BühnerProfil

„Wer gehört zu den mitarbeiterfreundlichsten Betrieben in der nördlichen Oberpfalz“, lautete die Ausgangsfrage bei der Ausschreibung zum Johanna-Frank-Preis 2019 des Lokalen Bündnisses für Familie Neustadt-Weiden. In einer Feierstunde im Innovision-Center Weiherhammer wurden jetzt die Preisträger geehrt. Die Organisatoren machten es dabei spannend. Fast wie bei der Oskarverleihung waren 21 Betriebe für den Johanna-Frank-Preis nominiert worden.

Fast alle waren nach zur Preisverleihung nach Weiherhammer gekommen und erwarteten mit Spannung die Entscheidung der Jury aus Wirtschaftsvertretern, Arbeitsmarktexperten und Mitgliedern des Bündnisses für Familie. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen“, sagte Landrat Andreas Meier. Eigentlich seien alle Sieger, meinte der Landrat. Schließlich würden alle, die eine Auszeichnung bekommen, das „Thema Familienfreundlichkeit in ihrem Betrieb ganz besonders hochhalten“. Zusammen mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger wurde dann das Geheimnis gelüftet.

In der Ausschreibungskategorie „Betriebe mit bis zu 20 Beschäftigten“ wurde als Preisträger die Überörtliche Gemeinschaftspraxis Poschenrieder und Korzenietz in Vohenstrauß/Eslarn sowie die TK Kummert-Treuhand in Weiden ausgewählt. Urkunden als „familienfreundlicher Betrieb“ erhielten die Steuerkanzlei Beer in Neudorf, Lindner Landtechnik in Floß, Bauelemente Meier in Flossenbürg und Haare & Kosmetik Armin Sengenberger in Neustadt/WN.

Am größten war das Interesse am Teilwettbewerb der Betriebe mit 20 bis 100 Beschäftigten, betonten die Veranstalter. Als Johanna-Frank-Preisträger wurden das Kolping-Bildungswerk in der Diözese Regensburg in Weiden und Service-, Hilfs- und Pflegedienst Sonnenschein in Luhe-Wildenau ausgezeichnet. Urkunden erhielten die AOK Bayern – Direktion Weiden, Landmetzgerei Braun in Weiherhammer, galileo-ip Ingenieure in Altenstadt, das Seniorenwohnheim Löffler in Altenstadt/WN, die Maschinenring Dienstleistungs-GmbH in Bechtsrieth, die Raiffeisenbank Floß und das Haus Laurentius der Kliniken Nordoberpfalz in Eschenbach.

Johanna-Frank-Preisträger unter den Unternehmen über 100 Beschäftigte sind Eisen Knorr in Weiden und die Harald-Gollwitzer-GmbH in Floß. Auszeichnungen als familienfreundlicher Betrieb erhielten die BAM in Weiden, die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagebau in Weiherhammer und die Josef Reger Bau in Vohenstrauß.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zeigte sich beeindruckt vom langen Katalog der vielen Maßnahmen der Preisträger. Familienfreundliche Arbeitszeit- und Urlaubsplanung ist dabei zur Selbstverständlichkeit geworden. Teilzeitausbildungen, Führung in Teilzeit, Weiterbildung in der Baby-Pause und Ausbildungspaten für Eltern von Auszubildenden gehören ebenfalls dazu. Die Festansprache in der Feierstunde hielt Ministerialdirektor Markus Gruber vom Bayrischen Familienministerium. Er lobte die Preisträger sowie das kommunale Engagement bei diesem Thema und betonte, dass Familienfreundlichkeit zur Attraktivität eines Unternehmens beiträgt. Familienfreundlichkeit müsse auch die Möglichkeit zur Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger mit einschließen, sagte der Ministerialdirektor.

Betriebe wurden auch zum Beitritt zum Familienpakt Bayern aufgefordert. Arbeitsagenturchef Würdinger verwies auf eine in den letzten zehn Jahren um rund elf Prozentpunkte gewachsene Beschäftigungsquote der Frauen und stellte fest „das Fachkräftepotential von Frauen kann nur dann weiter gehoben werden, wenn deren individuellen Bedürfnisse befriedigt werden“. Grußworte sprachen Michael Richthammer und Klaus Berberich vom Lions Clubs Weiden und Neustadt/WN.

Der Wettbewerb wurde nach 2015 zum zweiten Mal organisiert. Sein Name geht auf die sich vor über hundert Jahren sich für Kinderbetreuung engagierende Weidener Bürgerin Johanna Frank zurück. Der Namensvorschlag kam von Weidens Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz. Für die musikalische Umrahmung sorgen Sängerin Andrea Marie und Pianist Daniel Steingräber.

Landrat Andreas Meier begrüßt die Betriebe und Ehrengäste in einer Feierstunde zur Verleihung der Johanna-Frank-Preise 2019 im Innovision Center in Weiherhammer. .
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