(bey) Das Fazit ist eindeutig: Die Fledermauskasten-Aktion ist mit einem Erfolg verbunden. In den Wäldern der Oberpfalz wurden wieder 14 Fledermausarten nachgewiesen. So hieß es bei der Vorstellung der Bestandsaufnahme im Kohlberger Wald nahe Weiherhammer unter Führung des Forstbetriebes Schnaittenbach und im Beisein von Vertretern der Forstverwaltung aus der gesamten Oberpfalz, der Unteren Naturschutzbehörden, der Landwirtschaftsämter, der Oberpfälzer Waldvereine und Bürgern, bei der der 1500. Kasten für die Jäger der Nacht aufgehängt wurde.
Die aktuellen Bestände wurden in einem Gemeinschaftsprojekt von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, vom Umweltamt und von der Bayerischen Staatsforsten die Fledermausbestände in den Oberpfälzer Wäldern ermittelt. Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, hob hervor, dass Naturschutz in der Fläche ohne die Mitarbeiter der Staatsforsten nicht möglich sei. So aber sei im Jahr 1985 erkannt worden, dass der Fledermausbestand erheblich gefährdet sei und Maßnahmen zum Schutz getroffen werden müssen. Dazu seien unter anderem die Koordinationsstellen Fledermausschutz gegründet worden. Der Erfolg der Arbeit sei jetzt sichtbar, der Fledermausbestand habe sich verbessert, wenngleich auch keine Entwarnung gegeben werden könne.
Aktuell sind in Bayern 25 Fledermausarten nachgewiesen. Erfreulich sei laut Kumutat, dass gegenüber 1985 vier weitere Fledermausarten gefunden wurden: "Bayern ist damit wieder ein willkommenes Fledermausland." 2007 sei die Entscheidung getroffen worden, auch im Waldgebiet des heutigen Treffpunktes bei Weiherhammer, mit Nistkästen den Fledermäusen Unterschlupfmöglichkeiten zu geben.
Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, hob die Besonderheit der Fledermaus hervor, die trotz ihrer 900 weltweit existierenden Arten noch relativ unbekannt sei. Die Fledermäuse seien als Insektenfresser nachts unterwegs, um der Konkurrenz mit den Vögeln am Tage aus dem Weg zu gehen. Die Fledermäuse seien aber nur ein Teil der Fauna, um die sich die Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft bemühe. Deshalb habe die Landesanstalt das Management für 260 Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, 84 Vogelschutzgebiete, 42 Vogelarten und 25 andere Tierarten übernommen. Das aktuelle Treffen zeige die gute Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Grundbesitzer, betonte Olaf Schmidt.
Reinhardt Neft, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, hob das Engagement vom Fledermausexperten Rudolf Leitl hervor. Zudem sagte er, die Wälder würden von den Fledermäusen in unterschiedlicher Weise genutzt, doch wichtig sei vor allem der dort vorhandene Strukturreichtum. Darauf baue auch das Konzept der Bayerischen Staatsforsten für die Waldbewirtschaftung: Vielfalt und Kulturreichtum seien zu schaffen, Baumhöhlen und Baumstrukturen zu erhalten. Naturnahe Bewirtschaftung habe den Vorrang, sagte Neft. Fledermauskästen könnten deshalb nicht der Normalfall sein.
Fledermausexperte Rudolf Leitl stellte seine Ergebnisse über die Erfassung der Fledermäuse in der Oberpfalz vor. Sein Fazit: Wären die entsprechenden Quartiere für die Tiere vorhanden, würde das Nahrungsangebot der Wälder, auch in größeren Beständen, ausreichen.
Weiherhammer
09.07.2018 - 15:20 Uhr
Fledermäuse vermehrt im Anflug
von Walter Beyerlein
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.