12.04.2019 - 11:58 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

"Liederkranz"-Auflösung unwiderruflich

Einige hatten noch auf eine Wende gehofft. Doch auch im dritten Versuch scheiterte die Neuwahl beim Männergesangverein "Liederkranz" 1927. Die Auflösung ist unwiderruflich vollzogen.

Ehrenchorleiter Karl-Heinz Kohl (vorne, Fünfter von links) blutet das Herz angesichts der Auslösung des Traditionsvereins "Liederkranz" Weiherhammer.
von Siegfried BockProfil

Nur noch 27 von 127 Mitgliedern, darunter die drei Bürgermeister und Gemeinderat Bernd Heibl, waren der Einladung zur außerordentlichen Versammlung am Donnerstag ins Sportheim gefolgt. Registergericht und Notariat hatten beanstandet, dass in der Versammlung am 15. März außer Vorsitzendem Robert Kohl keiner der weiteren Vorstandsmitglieder persönlich seinen Rücktritt erklärte. Dies holten zweiter Vorsitzender Ewald Biller, Schriftführer Herbert Koch und Kassier Konrad Bogner nach. Nicht in Ordnung war auch die nach der ergebnislosen Neuwahl nicht gewünschte Abstimmung über die Auflösung des Vereins.

Wahlleiter Herbert Rudolph bemühte sich erneut vergeblich, einen Vorstand zu installieren. Es herrschte Grabesstille. "Sollte eine Zustimmung zur Auflösung nicht erfolgen, wird vom Registergericht ein Notvorstand bestellt, was mit Kosten für den Verein verbunden ist", machte Kohl deutlich. Mit 25 Ja- und 2 Nein-Stimmen war die laut Satzung erforderliche Dreiviertel-Mehrheit erfüllt. Bürgermeister Ludwig Biller und Kohl übernehmen mit Einverständnis der Versammlung die Aufgabe der Liquidatoren zur Abwicklung des Vereins mit Registergericht und Notar.

"Damit ist Weiherhammer um einen schönen Traditionsverein ärmer", endete Rudolph.

"Traurig, traurig, sehr schade um den MGV, mir blutet das Herz", lautete der Kommentar des verdienstvollen Ehrenchorleiters Karl-Heinz Kohl (82) am Freitag zur Auflösung. "Eine Fusion mit Mantel oder Etzenricht vor Jahren wurde verpasst, weil sich einige dagegen gesträubt hatten. Dann wäre es jetzt nicht zu dieser bedrückenden Situation gekommen." Kohl hatte in 36 Jahren ein Repertoire an deutschem Liedgut erarbeitet, von dem der Chor bis heute zehren konnte. Er erinnerte unter anderem an die glanzvollen Auftritte mit 43 Sängern in Schwandorf, mit noch 33 Aktiven beim alpenländischen Sängertreffen in Tirol sowie in Vierzehnheiligen und Eichstätt.

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